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06.01.2005

16:10 Uhr

Forschung + Medizin

Demenz könnte zur kaum bezahlbaren Volkskrankheit werden

Jeder vierte Deutsche wird Experten zufolge einmal Symptome einer Demenz entwickeln. Im Jahr 2040 müssten allein für Demenzerkrankungen wie Alzheimer die gesamten Gesundheitskosten des Jahres 2000 aufgewendet werden.

Demenzkranke in Schwerin

Die Dame ist erst 70 und muss dennoch gefüttert werden: Viele Demenzkranke brauchen die Hilfe anderer.

dpa BERLIN. Jeder vierte Deutsche wird Experten zufolge einmal Symptome einer Demenz entwickeln. Im Jahr 2040 müssten allein für Demenzerkrankungen wie Alzheimer die gesamten Gesundheitskosten des Jahres 2000 aufgewendet werden.

Das sagte Mathias Berger vom Universitätsklinikum Freiburg am Donnerstag auf einem Fortbildungskongress der Bundesärztekammer in Berlin. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Hirnleistungsschwäche zu erkranken, steigt mit zunehmender Lebenserwartung. „Unklar ist allerdings noch, ob ab einem bestimmten Alter alle dement werden.“

Derzeit sind mehr als eine Million Deutsche wegen einer Demenz auf Hilfe angewiesen. Nur bei 20 Prozent der Betroffenen mit beginnender Demenz werde die Erkrankung schnell diagnostiziert, kritisierte Berger. Ursache sei vor allem die gesellschaftliche Stigmatisierung. Betroffene trauten sich nicht, über ihre Probleme zu reden, und Ärzte hätten Angst davor, ihre Patienten auf Demenz-Symptome anzusprechen und sie so zu demütigen. „Das ist eine absurde Situation.“

Das Nichtaussprechen erzeuge viel mehr Leid bei Patienten und Angehörigen als eine taktvolles Aufklärung. Zudem gebe es neben der häufigsten und bislang unheilbaren Demenzform Alzheimer auch Erkrankungen mit anderen Ursachen wie Stoffwechselstörungen, die komplett heilbar seien. Auch einige Alzheimer-Symptome wie Depressionen oder Aggressionen seien „exzellent behandelbar“.

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