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29.09.2016

16:22 Uhr

Dengue-Fieber in Neu Delhi

Eine Stadt kämpft gegen den Knochenbrecher

Neu Delhi nebelt sich ein: Ganz Stadtviertel verschwinden hinter Schwaden potenziell gefährlicher Insektizide. Trotzdem bekommt Indiens Hauptstadt das gefährliche Dengue-Fieber nicht in den Griff.

Insektenvernichtungsmittel sollen die Mückenplage in Neu Delhi eindämmen. AP

Kampf gegen die Mückenplage

Insektenvernichtungsmittel sollen die Mückenplage in Neu Delhi eindämmen.

Neu DelhiErst ist ein Brummen und Zischen zu hören, dann kommt der Rauch, dann ein süßlich-herbes Stechen in der Nase. Wer dieser Tage in der indischen Hauptstadt Neu Delhi lebt, hat gute Chancen, eine so genannte Vernebelung zu erleben.

So nennt man es in der Landwirtschaft, wenn ganze Felder mit Insektenvernichtungsmitteln eingesprüht werden. Nur dass in der Metropole keine Felder, sondern dicht besiedelte Wohngegenden mehrere Stockwerke hoch von potenziell ungesundem Rauch überzogen werden.

Der Nebel ist ein Versuch der Behörden, einem in dieser Jahreszeit besonders hartnäckigen Feind zu Leibe zu rücken. Kurz nach der Regenzeit, die im August endet, steigt die Zahl der Moskitos in der Stadt sprunghaft an. Das ist nicht nur nervtötend, sondern sogar potenziell tödlich.

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Nirgendwo in Indien ist die Umweltverschmutzung so sichtbar wie in Bangalore, der Technologie-Metropole des Landes. Der Schaum der Abwässer spült durch die Straßen, die Seen der Stadt sind nur noch Kloaken.

Denn Neu Delhi hat trotz der beeindruckenden Wachstumsgeschichte der indischen Wirtschaft immer noch kein Mittel gegen von Mücken übertragene Tropenkrankheiten gefunden. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren war die Zahl der Toten durch Dengue-Fieber sogar besonders hoch.

Symptome von Dengue sind starkes Fieber und Kopfschmerzen, begleitet von starken Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Wegen der Gelenkschmerzen wird die Krankheit auch Knochenbrecher-Fieber genannt. Dengue kann sogar tödlich verlaufen, weil es die Zahl der Blutplättchen deutlich senken und im schlimmsten Fall innere Blutungen und Organversagen auslösen kann.

Bis Mitte September betrug die offizielle Zahl der Dengue-Erkrankungen in Neu Delhi knapp 1400. Hinzu kommen mehr als 2600 Fälle von Chikungunya, einer ähnlich verlaufenden, jedoch meist weniger gefährlichen Fieberkrankheit, die ebenfalls von Mücken übertragen wird. Vier Menschen sind laut Stadtverwaltung bislang an den Krankheiten gestorben.

„Damit haben wir weniger Fälle als im vergangenen Jahr“, sagt A. C. Dharival, Direktor des Nationalen Kontrollprogramms für Vektorübertragene Krankheiten. Vektoren nennt man in der Medizin Organismen, die Krankheiten übertragen – also im Fall von Dengue Moskitos. Im vergangenen Jahr habe es gut 3800 Dengue-Fälle gegeben. Allerdings gibt es massive Zweifel an den offiziellen Zahlen.

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