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12.08.2014

15:01 Uhr

Depressionen

Wenn die Seele sich verdunkelt

Robin Williams hat wahrscheinlich Selbstmord begangen, der Schauspieler litt unter Depressionen. Ein Leiden, das in Deutschland mittlerweile zu den Volkskrankheiten gezählt wird. Was man über Depressionen wissen sollte.

Depressionen gelten in Deutschland mittlerweile als Volkskrankheit. Jeder fünfte Bundesbürger erkrankt einmal in seinem Leben daran. dpa

Depressionen gelten in Deutschland mittlerweile als Volkskrankheit. Jeder fünfte Bundesbürger erkrankt einmal in seinem Leben daran.

Was sind Depressionen?

Die Depression gehört zu den sogenannten „affektiven Störungen“ – so bezeichnet man psychische Erkrankungen, die mit einer schwerwiegenden Veränderung der Stimmungslage verbunden sind. Betroffene empfinden typischerweise eine tiefe, lang andauernde Niedergeschlagenheit und sind nicht mehr in der Lage, Freude zu empfinden. Antriebslosigkeit und Desinteresse an allem sind weitere Anzeichen für eine mögliche Depression.

Daneben können auch Symptome auftreten wie Angstzustände, Konzentrationsschwächen oder Gedächtnisstörungen. Auch Appetitlosigkeit und Schlafstörungen können Anzeichen für eine Depression sein. In besonders schweren Fällen kann es auch zu Wahnvorstellungen kommen.

Wie unterscheiden sich Depressionen von normalen Stimmungsschwankungen?

Für die Diagnose einer Depression müssen mindestens zwei der sogenannten Kernsymptome (gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, Interessenverlust) sowie zwei weitere Symptome vorliegen – und dies mindestens für die Dauer von zwei Wochen.

Illusionen und Hoffnungen die in die Depression führen

Die Anderen

Die Hoffnung, dass die Orientierung an anderen, deren Bedürfnissen und Wünschen Liebe und Anerkennung bringen

Der Verzicht

Die Hoffnung, dass der Verzicht auf eigene Bedürfnisse und ein eigenes Leben Sicherheit bringen wird

Die Veränderung

Die Hoffnung, dass andere Menschen sich ändern werden

Die Enttäuschung

Die Hoffnung, dass die Enttäuschung über enge Beziehungen durch eigenen Einsatz und eigene Bemühungen verschwinden wird

Die Illusion

Die Hoffnung, dass andere schon noch erkennen, was man braucht und es einem geben

Der Wert

Die Hoffnung, dass andere Menschen den eigenen Wert bestätigen und man sich nicht mehr so klein, so unfähig, so ungeliebt fühlen muss.

Wie verbreitet ist die Krankheit?

Mediziner zählen Depressionen hierzulande mittlerweile zu den Volkskrankheiten. Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe leiden in Deutschland derzeit rund vier Millionen Menschen an Depressionen. Jeder fünfte Deutsche erkrankt in seinem Leben einmal an einer Depression. Bei etwa zehn Prozent der Patienten ist die Krankheit chronisch.

Was sind die Ursachen der Krankheit?

Die Ursachen der Krankheit sind vielschichtig und nicht immer klar auszumachen. Belastende Ereignisse wie der Tod eines geliebten Menschen oder das Ende einer langjährigen Beziehung können Depressionen ebenso auslösen wie Stress oder Überforderung im Berufsleben. Menschen mit negativen Denkmustern sind eher gefährdet, auch mangelndes Selbstwertgefühl kann die Entstehung von Depressionen begünstigen.

Daneben können Depressionen auch als Symptom einer anderen Erkrankung auftreten, etwa bei Alzheimer- oder Parkinson-Patienten. In solchen Fällen sprechen Mediziner von sekundären Depressionen.

Sind alle an einer Depression Leidenden Suizid-gefährdet?

Die Suizidgefahr ist tatsächlich hoch: Zwischen 40 und 70 Prozent aller Selbstmorde stehen im Zusammenhang mit Depressionen. Experten schätzen, dass beinahe jeder Patient mit einer schweren Depression irgendwann auch einmal an Selbstmord denkt.

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