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12.11.2014

17:14 Uhr

Der Liveblog zum nachlesen

Die Landung auf dem Kometen

VonThomas Trösch

Nach 10 Jahren im All hat die Kometenmission Rosetta eine Punktlandung hingelegt. Die Landeeinheit Philae setzte am späten Nachmittag wie geplant auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko auf.

Es ist geschafft: Zum ersten Mal ist ein Mini-Labor auf einem Kometen gelandet. Das Aufsetzen von „Philae“ auf dem Himmelskörper „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ ist geglückt.

+++ 17:09: Offiziell bestätigt: Philae ist gelandet +++
Nun ist es offiziell: Philae ist auf dem Kometen gelandet, steht sicher und sendet Daten. Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ist damit die Landung eines von Menschen gebauten Raumfahrzeugs auf einem Kometen geglückt. Glückwunsch an die Esa und alle an der Mission Beteiligten!

+++ 17:03: Jubel im Kontrollzentrum +++
Philae scheint gelandet zu sein. Im Kotrollzentrum wird gejubelt, offiziell bestätigt ist noch nichts.

+++ 16:50: Warten auf die Landung +++
Philae spannt uns auf die Folter. Aber ihre Daten benötigen ja auch fast eine halbe Stunde, um die Erde zu erreichen. Gut möglich, dass der Lander schon auf dem Kometen steht, aber das Signal der Landebestätigung noch auf dem Weg zu uns ist.

+++16:42 Uhr: Was Rosetta kostet +++
Während wir gespannt auf den Ausgang des Landemanövers warten, ein kurzes Wort zu den Kosten: Mit insgesamt einer Milliarde Euro ist Rosetta die teuerste Mission in der Geschichte der Esa. Deutschland als eines von insgesamt 17 beteiligten Ländern steuert rund 290 Millionen Euro bei.

+++ 16:25 Uhr: Farewell Philae +++
Ein letzter Blick mit der Kamera der Rosetta-Sonde auf den sich entfernenden Lander Philae - erkennbar als kleiner weißer Klecks am linken Bildrand. Ein Klecks, der derzeit Heerscharen von Wissenschaftlern in helle Aufregung versetzt.

Kurz nach dem Abtrennen von Philae nahm die Kamera der Muttersonde Rosetta dieses Abschiedsbild auf.

Kurz nach dem Abtrennen von Philae nahm die Kamera der Muttersonde Rosetta dieses Abschiedsbild auf.

+++ 16:10 Uhr: Auch die Harpunen liefern Daten +++
Die Harpunen, die Philae unmittelbar nach der Landung in den Boden schießt, dienen übrigens nicht nur zu Stabilisierung des Landers. Sie sollen zugleich Daten über die Bodenbeschaffenheit liefern.

+++ 15:40 Uhr: Namenspate vor Ort +++
Falls Sie sich über den komplizierten Namen des Zielkometen wundern: Der unten stehende Herr ist dafür mitverantwortlich: Klim Tschurjumow entdeckte den Himmelskörper 1969 auf einem Foto, das seine Kollegin Swetlana Gerassimenko gemacht hatte. Der ukrainische Astronom verfolgt die Philae-Landung heute live im Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt mit.

Klim Tschurjumow, Mitentdecker des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. dpa

Klim Tschurjumow, Mitentdecker des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko.

+++ 15:15 Uhr: So weit, so gut +++
Die Spannung im Esa-Kontrollzentrum steigt. "So weit, so gut", heißt es bei den Experten vor Ort zum aktuellen Stand der Mission. Aber der spannendste Teil der Landung steht uns noch bevor: Erst im Laufe des Nachmittags werden wir wissen, ob das Landemanöver erfolgreich war.

+++ 14:30 Uhr: Erste Bilder +++
Die ersten Bilder von Philae treffen ein. Sie zeigen, dass die Kamera des Landers funktioniert - viel zu sehen ist auf den Aufnahmen aber nicht.

Eines der ersten Bilder, die Philae zur Erde schickte. Falls Sie es nicht so genau erkennen: Es zeigt eines der Sonnensegel der Muttersonde Rosetta. dpa

Eines der ersten Bilder, die Philae zur Erde schickte. Falls Sie es nicht so genau erkennen: Es zeigt eines der Sonnensegel der Muttersonde Rosetta.

+++ 14:05 Uhr: Experte sieht Landevorgang nicht gefährdet +++
Philae-Projektleiter Koen Geurts sieht die Landung auch bei einem Versagen der Kaltgasdüse am Lander nicht gefährdet. "Zur Stabilisierung des Landegeräts reichen die Harpunen aus", so Geurts.

+++ 13:30 Uhr: Rosettas lange Reise +++
Mehr als 10 Jahre ist Rosetta jetzt schon im All unterwegs. Als die Sonde am 2. März 2004 startete, hieß der Bundeskanzler Gerhard Schröder, der Papst Johannes Paul II. - und Werder Bremen schickte sich an, das Double zu gewinnen. Unfassbar, wie lange das her ist.

+++ 13:05 Uhr: Alle Instrumente arbeiten +++
Philae arbeitet während seines Abstiegs zum Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko wie geplant. "Alle Instrumente laufen wie erwartet", so der technische Projektleiter des "Philae"-Landegeräts, Koen Geurts. "Es ist einfach erstaunlich, es ist wunderbar."

+++ 12:25 Uhr: Wie schwerwiegend sind die technischen Probleme? +++
Die spannende Frage lautet: Wird Philae trotz der gemeldeten Probleme mit der sogenannten Kaltgasdüse auf dem Kometen landen können? Die Düse soll eigentlich verhindern, dass der Lander beim Abschießen der Harpunen, die ihn im Boden verankern, durch den Rückstoß wieder ins All geschleudert wird.


+++ 12:07 Uhr: Philae antwortet wieder +++
Mit Spannung haben die Wissenschaftler im Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt auf die ersten Signale des abgekoppelten Landers gewartet. Zwei Stunden benötigte Philae, um via Rosetta eine Kommunikationsverbindung zur Erde aufzubauen. Dann die erlösende Meldung: Der Lander antwortet.

Raumsonde Rosetta

Erstes Signal von Landemodul "Philae"

Raumsonde Rosetta: Erstes Signal von Landemodul "Philae"

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+++ 10.03 Uhr: Rosetta bestätigt Abtrennung +++
Wegen der großen Entfernung zur Erde (510 Mio. Kilometer) trifft Rosettas Bestätigung der Lander-Abtrennung erst jetzt im Kontrollzentrum ein.

+++ 09:35 Uhr: Philae trennt sich von Rosetta +++
Das Mini-Labor Philae trennt sich von der Muttersonde, um die letzten Meter seiner mehr als 500 Millionen Kilometer weiten Reise zurückzulegen. In sieben Stunden soll der Lander auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko aufsetzen.

+++08:35 Uhr: Rosetta nimmt Landeposition ein +++
Eine letzte Kurskorrektur bringt Rosetta auf eine Position gut 20 Kilometer über dem Kometenkern. Von hier aus soll Philae zum Landeanflug starten.

Raumsonde Rosetta

Was ist Ziel des Projekts?

Mit der Mission will die europäische Weltraumorganisation Esa einen der ursprünglichsten Himmelskörper erkunden. Kometen sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems. Auch Hinweise auf die Entstehung des Lebens erhoffen sich die Forscher – etwa in Form bestimmter Proteinbausteine.

Wie lang ist Rosetta schon unterwegs?

Vor fast elf Jahren, am 2. März 2004, hob Rosetta an Bord einer Ariane 5-Rakete ab. Seitdem umkreiste Rosetta fünf Mal die Sonne und nahm bei drei Vorbeiflügen an der Erde und einem Vorbeiflug am Mars Geschwindigkeit auf. Rund 6,4 Milliarden Kilometer ist sie nun schon durch das Sonnensystem gereist.

Welche Instrumente sind an Bord?

Die Raumsonde hat elf Instrumente dabei. Zu ihnen gehören vier unter deutscher Projektleitung. Osiris zum Beispiel kommt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. Es ist ein hochauflösendes Kamerasystem, mit dem die Form, Größe, Rotation und chemisch-mineralogische Zusammensetzung der Kometenoberfläche erfasst wird. Die knapp einen Kubikmeter große Rosetta-Landeeinheit namens Philae hat zehn Instrumente an Bord, unter anderem ein System aus Sensoren für die Temperaturmessung auf und unter der Oberfläche.

Wie teuer ist das Projekt?

Gut eine Milliarde Euro kostet das Projekt. Es steckt voller Premieren und Superlative: Nie zuvor wurde die Energie einer Raumsonde in so großer Sonnenentfernung von Solarzellen geliefert. Noch nie zuvor schwenkte eine Sonde auf eine Umlaufbahn um einen Kometen ein. Und noch nie wurde ein Forschungsmodul darauf abgesetzt.

+++ 03:35 Uhr: Philae ist bereit für den Touchdown +++
Trotz einiger technischer Probleme erhält Philae die Freigabe für die Landung.

+++ 12. November 01:00 Uhr: Systeme bereit für die Landung +++
Das zweite "Go" für die Landung, nachdem ein Systemcheck der Sonde positiv verlaufen ist.

+++ 11. November, 20:00 Uhr +++ Rosetta auf Kurs +++
Die Einleitung des Landesmanövers beginnt mit der Bestätigung, dass sich die Raumsonde Rosetta in der für die Landung vorgesehenen Umlaufbahn um den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko befindet.

Die Computerillustration zeigt die simulierte Landung von Philae auf dem Zielkometen Tschurjumow-Gerassimenko. Die Landung soll die zehnjährigen Rosetta-Mission krönen. dpa

Die Computerillustration zeigt die simulierte Landung von Philae auf dem Zielkometen Tschurjumow-Gerassimenko. Die Landung soll die zehnjährigen Rosetta-Mission krönen.

Kommentare (4)

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Herr wulff baer

12.11.2014, 16:32 Uhr

Jetzt muss ich einmal fragen, wer diesen milliarden-verschlingenden Schwachsinn zu verantworten hat.

Herr Theo Gantenbein

12.11.2014, 16:56 Uhr

Jeder einzelne Euro ist gut angelegt!
Milliarden-verschlingender Schwachsinn ist die Alimentation der Dolce-Vita-Staaten und vieles mehr.

Hier geht es um Wissenschaft!

Wahrscheinlich hatte es 1492 aber auch schon jede Menge Ignoranten gegeben, die gesagt haben:

"Was will der Columbus denn mit solch teuren Schiffen? Das Geld können wir doch besser verfrühstücken und versaufen?"

Herr Konstantin Lewe

12.11.2014, 16:59 Uhr

Die hunderten Milliarden jedes Jahr für Rüstung sollten
da mehr in Frage gestellt werden.

Um solch scheinbare Feinde wie Terroristen zu bekämpfen.
Hierbei wird nur sein sinnloses Rad weiter gedreht.
Weiterentwicklung sieht anders aus.

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