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14.01.2005

10:00 Uhr

Der Softwareriese stellt ein neues Anti-Spyware-Programm zur Verfügung

Microsoft sagt Internet-Schnüfflern und Hackern den Kampf an

VonJörg Schieb (Handelsblatt)

Die Nachricht sorgte zum Jahresbeginn für einiges Aufsehen in der Software-Branche: Microsoft wolle mit einem eigenen Virenschutzprogramm auf diesem wichtigen Markt einen Fuß in die Tür setzen. Inzwischen ist klar: Ein Fehlalarm für die etablierten Hersteller von Antiviren-Software.

HB DÜSSELDORF. Denn zwar bietet Microsoft nun ein zuverlässiges Anti-Spyware-Programm zum Download an. Aber der zeitgleich veröffentlichte kostenlose Wurm- und Virentöter kann die marktüblichen Virenschutz-Produkte nicht ersetzen.

Das vom Softwarekonzern aus Redmond offerierte "Malicious Software Removal Tool" dient lediglich zum Entfernen aggressiver Viren und Würmer, die sich bereits auf die Festplatte geschlichen haben. Reguläre Virenschutz-Pakete dagegen bieten vorbeugenden Schutz: Sie kennen über 80 000 Viren und Würmer, überwachen den Mail-Verkehr und blocken virtuelle Schädlinge ab, bevor sie überhaupt auf der Festplatte landen können.

Microsoft selbst empfiehlt daher in einem internen Papier, weiterhin die Virenschutzpakete von Drittherstellern zu nutzen, um einer Infektion vorzubeugen. Dennoch ist das Tool weit mehr als nur ein imageförderndes Gimmick: Denn nach einer von Microsoft in Auftrag gegebenen Studie haben immer noch 63 Prozent der privaten PC-Benutzer keinerlei Virenschutz im Einsatz oder bringen die Software nicht regelmäßig auf den neuesten Stand. Solche Nutzer können jetzt zumindest die gröbsten Schädlinge wieSasser, MSBlaster und MyDoom bequem entfernen.

Bislang hat Microsoft für jeden Schädling ein separates Programm zum Entfernen angeboten - nun kann der Nutzer mit einem einzigen Werkzeug seine Festplatte säubern. Microsoft kündigte an, das Tool einmal im Monat und bei konkretem Bedarf auf den neuesten Stand bringen zu wollen. Konzipiert ist das Programm für die Betriebssysteme Windows XP, 2000 und Server 2003. Zu bekommen ist das Tool entweder über ein reguläres "Windows Update", oder per Download - etwa über den Link www.sogehtsleichter.de/msvirus. Zeitgleich hat Microsoft auch ein kostenloses Programm zum Aufspüren von Spyware vorgestellt: "Microsoft Anti-Spyware" spürt Software auf, die den Benutzer gezielt ausspioniert. Solche Schnüffel-Programme sammeln Daten, um sie später über eine bestehende Internetverbindung an Dritte zu übermitteln - freilich ohne Zustimmung des Benutzers. Nach einer Studie der Marktforschungsfirma IDC befindet sich Spyware auf 67 Prozent aller PCs.

Wettbewerber wie Symantec sehen es gelassen, dass Microsoft sich nun verstärkt um Sicherheitsfragen kümmert: "Das Thema Anti-Spyware wird durch den Markteintritt von Microsoft in dieses Segment zu einem größeren Problembewusstsein in der Öffentlichkeiten führen", sagt Andrea Wolf, Sprecherin von Symantec. "Spyware ist eine wichtige Komponente, aber eben nur eine von vielen im Security-Umfeld. Anwender brauchen heute Komplettpakete."

Spyware landet in der Regel unbemerkt im System, meist durch Ausnutzung bekannter Sicherheitslücken in Browser oder E-Mail-Software. Mitunter installieren PC-Benutzer Spyware jedoch sogar selbst, ohne es zu ahnen: Viele kostenlos im Netz erhältlichen Programme installieren Spyware quasi huckepack. Neben der gewollten Software landet gleichzeitig ein Schnüffelprogramm auf der Festplatte.

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