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24.08.2014

12:16 Uhr

Design made in Hamburg

Ein Raketen-Flugzeug für Weltraum-Touren

Eine Hamburger Firma tüftelt an einem Space-Shuttle, mit dem Passagiere in den Weltraum fliegen und kurz schwerelos sein können - für 150.000 Euro pro Ticket. Doch das Projekt kämpft mit Problemen.

Der Traum vom Weltraum-Tourismus: Mit dem Space-Shuttle sollen Passagiere ins All fliegen und kurz schwerelos sein können. dpa

Der Traum vom Weltraum-Tourismus: Mit dem Space-Shuttle sollen Passagiere ins All fliegen und kurz schwerelos sein können.

HamburgPlötzlich löst sich das Space-Shuttle vom Rücken des Flugzeugs und saust gen Himmel. Der Wasserstoff-Antrieb schießt es höher und höher, über 100 Kilometer, bis es stoppt. Eine sonore Frauenstimme erklingt im Off, Sterne glimmen. Langsam fliegt der Gleiter mit den Panoramafenstern eine Parabel, stürzt nach fünf Minuten senkrecht auf die Erde und landet sacht - soweit zumindest der ehrgeizige Plan. 150 000 Euro - so viel soll dieser Flug pro Person kosten. Ein Teil des Konzepts dazu stammt von v-plan, einer Hamburger Design-Firma für kleine Flugzeuge. Doch das Projekt kommt derzeit kaum voran.

Bislang spielt sich der Weltraumflug lediglich als Video auf einem Bildschirm ab. „Prinzipiell ist es simpel“, sagt Joachim Lau, Geschäftsführer von v-plan in seinem Büro, neben ihm ein Modell des sogenannten suborbitalen Flugzeugs. Das soll den Weltraum mit maximal acht Passagieren erschließen, indem es auf dem Rücken eines Flugzeugs auf zwölf Kilometer Höhe gebracht wird, sich dann löst und in den Orbit fliegt. Fünf Minuten Schwerelosigkeit - für Wissenschaftler und Touristen.

Booster, ein internationales Konsortium mit Sitz in Belgien, hat die Hamburger Firma vor sechs Jahren beauftragt, dieses Projekt zu konzipieren. Mehr als 30 Unternehmen seien beteiligt, gebaut ist jedoch noch nichts. „Wir sind die Mission in einer Simulation geflogen“, erklärt Lau. „Nun muss sich der Markt öffnen.“

Just da liegt das Problem. Vor zwei Jahren hatte Booster-Gründer James Murray prognostiziert, dass 2016 die ersten Weltraumflüge möglich seien. Doch das Ziel war zu hochgesteckt. Höchstens am Ende dieses Jahrzehnts werde es klappen, heißt es nun.

Warum die Verzögerung? Schnell stößt man auf das US-Unternehmen Virgin Galactic des Multimilliardärs Richard Branson, der ebenfalls suborbitale Flüge anbieten möchte. Doch seit 2009 wird die erste Mission immer wieder verschoben. Investoren würden auf den Erfolg dieses Projekts warten, sagt Murray. Es sollte „den Weg pflastern“. Bereits 600 Menschen haben Tickets für 250 000 Dollar gekauft.

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