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03.02.2017

11:00 Uhr

Deutscher Mückenatlas

Gefährliche Exoten auf dem Vormarsch

Im Dienst der Wissenschaft werden viele Bürger zu Mückenjägern – mit einem für Forscher alarmierenden Ergebnis. Unter die heimischen Arten dieser lästigen Insekten mischen sich immer mehr gefährliche Exoten.

Doreen Walther an ihrem Arbeitsplatz im Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Die Biologin bestimmt Mücken unter dem Mikroskop und trägt die Ergebnisse in einen Mückenatlas für Deutschland ein. dpa

Arbeit für den Mückenatlas

Doreen Walther an ihrem Arbeitsplatz im Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Die Biologin bestimmt Mücken unter dem Mikroskop und trägt die Ergebnisse in einen Mückenatlas für Deutschland ein.

MünchebergDoreen Walther kann sich vor Arbeit kaum retten. Waschkörbeweise warten luftgepolsterte Briefe oder kleine Pakete darauf, von der Wissenschaftlerin geöffnet zu werden. Immer mehr Bürger sammeln die stechenden Insekten für die Forschung und schicken intakte Exemplare in Streichholzschachteln oder Filmdöschen an das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) nach Müncheberg östlich von Berlin.

Der Biologin Walther obliegt es, die Mücken unter dem Mikroskop genau zu bestimmen und die Ergebnisse in einen Mückenatlas für Deutschland einzutragen. Diese lästigen Insekten sind das Spezialthema der 48-Jährigen, die sich als Expertin inzwischen europaweit einen Namen gemacht hat.

Während andere vielleicht unter so viel Arbeit stöhnen würden, freut sich Walther über jede Einsendung. „Je mehr Tiere die Leute einschicken, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, unterschiedliche Arten zu finden“, sagt sie. Denn darum geht es bei dem Projekt. Unter www.mueckenatlas.de soll das Portal wertvolle Hinweise auf die Verbreitung der heimischen Stechmückenarten und über eventuell nach Deutschland eingewanderte exotische Spezies liefern.

7250 Einsendungen waren es in der Mückensaison 2016 bisher, weitaus mehr als in den vier Vorjahren seit dem Start des Mückenatlas-Projektes. Und es kommt täglich neue Post. „Mücken überwintern in Dach- oder Kellerräumen, werden da jetzt von den Leuten ebenso gefunden wie an Holzscheiten, die für den Kamin bestimmt sind“, erläutert die Biologin.

Gut die Hälfte der Zusendungen haben Walther und ihre Mitarbeiterin bereits beantwortet, rund 33.500 Mücken bestimmt und kartiert. Etwa 40.000, so schätzt die Biologin anhand der noch unbearbeiteten Zusendungen, werden es für 2016 insgesamt werden. Ein gutes Mückenjahr, wie sie sagt. „Es gab in ausgedehnten Regionen Deutschlands viel Regen und damit genügend Brutstätten für die Pfützen und Regentonnen liebenden Insekten.“

Was bereits jetzt in der Auswertung deutlich wird: Die Asiatische Buschmücke, schon vor Jahren als invasiver Exot nach Süddeutschland eingewandert, breitet sich weiter Richtung Norden aus. Gefangen wurde sie jetzt auch in Thüringen, Sachsen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Was sie so problematisch macht: „Sie kann prinzipiell beim Blutsaugen Krankheitserreger aufnehmen und beim nächsten Stich auch wieder abgeben, haben entsprechende Laborversuche ergeben“, erklärt Walther.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

06.02.2017, 11:05 Uhr

"Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter Mark Hoffmann"

Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
Danke

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