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25.04.2012

11:58 Uhr

Diagnostik

Neues Verfahren ermöglicht Alzheimer-Früherkennung

Eine Therapie für Alzheimer ist nicht in Sicht. Die Diagnose könnte mit neuen Verfahren aber bald Jahre vor deren Ausbruch möglich sein. Fraglich ist, was das den Patienten tatsächlich bringt.

Bald könnte eine Früherkennung von Alzheimer möglich sein. Reuters

Bald könnte eine Früherkennung von Alzheimer möglich sein.

Bremen/LeipzigDie Diagnose von Alzheimer könnte bald schon Jahre vor dem Auftreten erster Symptome möglich sein. Bei den Betroffenen lagern sich im Gehirn spezielle Eiweiße ab. Diese können Nuklearmediziner mit einem bildgebenden Verfahren jetzt darstellen.

Eine Forschergruppe um den Leipziger Nuklearmediziner Osama Sabri hat zwei Substanzen entwickelt, die die Veränderungen im Hirngewebe sichtbar machen können. Diese wird er auf der 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin in Bremen vorstellen, die noch bis Samstag geht. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hält den Nutzen solcher Entwicklungen allerdings für begrenzt.

Die Eiweiß-Ablagerungen, die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques, entstehen nach Angaben von Sabri mindestens zehn Jahre, bevor bei den Patienten erste Gedächtnisstörungen einsetzen. Neue Radiopharmaka, schwach strahlende Substanzen, machen diese bei einer speziellen Tomographie (Positronen-Emissions-Tomographie) erkennbar.

Das Produkt einer Pharmafirma habe die US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen, so Sabri. Ein unter Beteiligung der Leipziger Forscher entwickelter Marker werde im Laufe des Jahres wohl ebenfalls auf den Markt kommen.

„Das ist eine signifikante Verbesserung der Diagnostik“, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig. Denn dadurch könne eine mögliche Erkrankung nicht nur früh entdeckt, sondern auch von anderen Formen der Demenz abgegrenzt werden.

Für eine zweite Substanz läuft eine Studie mit 20 Patienten, die an Alzheimer im Frühstadium erkrankt sind. Dieser Marker soll eine Störung bestimmter Rezeptoren im Gehirn nachweisen, welche von löslichen Vorstufen der Beta-Amyloid-Plaques verursacht werden.

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