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29.08.2011

12:41 Uhr

Dick und gesund

Lob des Übergewichts

Quelle:Tagesspiegel

Laut Statistik sind die meisten Deutschen zu schwer. Der Grund ist ein zu hoher Body-Mass-Index. Aber sind wir wirklich zu dick? Studien zeigen: Wer übergewichtig ist, lebt häufig länger als ein Normalgewichtiger.

An ihn denkt wohl niemand beim Stichwort "Übergewicht".  Blickt man aber allein auf den Körpermasse-Index BMI, ist Boxweltmeister Wladimir Klitschko deutlich übergewichtig. Experten suchen deshalb nach einem anderen Gradmesser für Übergewicht. dapd

An ihn denkt wohl niemand beim Stichwort "Übergewicht". Blickt man aber allein auf den Körpermasse-Index BMI, ist Boxweltmeister Wladimir Klitschko deutlich übergewichtig. Experten suchen deshalb nach einem anderen Gradmesser für Übergewicht.

BerlinWenn Sie die 45 überschritten haben, dann kann es gut sein, dass Sie, wie der Autor dieser Zeilen, übergewichtig sind. Vielleicht sogar adipös, also fettleibig. Jeder zweite Mann jenseits des 45. Lebensjahres hat Übergewicht, jeder fünfte ist fettleibig.

Macht zusammen 70 Prozent. Dünn ist die Ausnahme. Kaum besser sieht es bei den Frauen aus. Ab 65 sind 60 Prozent zu schwer (knapp 40 Prozent der Frauen sind übergewichtig, 20 Prozent adipös). Übergewicht in diesem Alter ist normal. „Diese Entwicklung ist äußerst bedenklich, da Übergewicht die Entwicklung vieler chronischer Krankheiten begünstigen kann“, mahnt das Robert-Koch-Institut.

Aber Übergewicht muss nicht schädlich sein. Mehr noch: Vieles spricht dafür, dass Menschen mit leichtem Übergewicht häufig länger leben als Normalgewichtige.

Die Seuche Fettleibigkeit

Wer übergewichtig ist und wer nicht, das bestimmt der Körpermasse-Index (Body-Mass-Index, BMI). Er wird ermittelt, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße (in Metern) geteilt wird. Als Normalgewicht gilt ein Wert von 18,5 bis unter 25, Übergewicht hat man bei einem BMI von 25 bis unter 30, Fettleibigkeit, Adipositas, beginnt bei einem BMI von 30. So weit, so klar – oder?

Fettleibigkeit habe sich in Europa seit den 80er Jahren mindestens verdreifacht, die „Seuche“ breite sich „besonders unter Kindern mit alarmierender Geschwindigkeit aus“, schreibt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Verfettung Europas sei „eine nie da gewesene gesundheitspolitische Herausforderung“. Laut einer Studie in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts „Lancet“ sind 1,5 Milliarden Erwachsene übergewichtig, weitere 500 Millionen fettleibig, hinzu kommen 170 Millionen Kinder mit Gewichtsproblemen.

Kommentare (7)

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walt

29.08.2011, 14:24 Uhr

Erhöhte Sterblichkeit bei Untergewichtigen ist sehr fraglich. Man kann es auch umgekehrt interpretieren - Untergewicht ist durch Krankheiten verursacht und das fuehrt zu erhoehter sterblichkeit.

zarakthuul

29.08.2011, 14:45 Uhr

Stark übergewichtige Inder und Bengalen sind sehr wahrscheinlich wohlhabend, können so über medizinische Versorgung das Manko gegenüber ihren armen Landsleuten ausgleichen.

Verwahrlosung

29.08.2011, 15:01 Uhr

Desaströser Artikel. So kann man Statistiken auch interpretieren und laisser-aller Vorschub leisten. Der untergewichtige Pakistani lebt wahrscheinlich tatsächlich ungesunder (schon allein aufgrund der medizinischen Versorgung dort) als der nach BMI übergewichtige, in Deutschland lebende und muskulöse Herr Klitschko.
Der BMI ist aber relativ gut als ANHALTSPUNKT und Vergleichsmaßstab bei Menschen aus demselben Milieu.
Fettleibigkeit - die unbestreitbar nicht gesund ist (Ausnahmen bestätigen die Regel) - sind vor allem eines: Zeichen für Disziplinlosigkeit und auch eine gewisse mentale Verwahrlosung. Immer noch gilt: Kalorien-Input (Nahrung) minus Verbrauch (körperliche und geistige Arbeit oder Sport) ist gleich Gewichtsaufbau oder -Abbau bzw. -Stabilität. Das ist einfach angewandte Naturwissenschaft. Der Rest ist Psychologie.

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