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19.09.2016

10:32 Uhr

Digitalisierung

Smarte Ideen für eine bessere Gesundheit

VonMaike Telgheder

Von Gehirnjogging bis Diabetes-App: Neun Kandidaten ziehen in die Endrunde des Health-i-Awards von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse ein.

Angeregte Diskussionen: Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe mit Marianne Stroehmann von Google Deutschland, Jens Baas, Vorstandsvorsitzender Techniker Krankenkasse, Niels Möllgaard, TK-Markenkommunikation, und den wissenschaftlichen Begleitern des Awards Ingo Franz, Vectorpilot, Sebastian Schäfer, Goethe Universität Frankfurt (v.r.n.l.). Rudolf Wichert

Jurysitzung des Health-i Awards

Angeregte Diskussionen: Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe mit Marianne Stroehmann von Google Deutschland, Jens Baas, Vorstandsvorsitzender Techniker Krankenkasse, Niels Möllgaard, TK-Markenkommunikation, und den wissenschaftlichen Begleitern des Awards Ingo Franz, Vectorpilot, Sebastian Schäfer, Goethe Universität Frankfurt (v.r.n.l.).

DüsseldorfEine Plattform, die Patienten Zugang zu neuartigen Therapien eröffnet, ein elektronischer Begleiter für Diabetes-Erkrankte und ein personalisiertes Gehirntraining – das sind nur drei der mehr als 170 innovativen Projekte, die sich um den erstmals ausgeschriebenen Health-i-Award von Techniker Krankenkasse und Handelsblatt beworben haben. „Das Gesundheitswesen braucht smarte Ideen, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft bewältigen wollen“, beschreibt Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe die Bewegungsgründe für die Ausschreibung des Preises: „Mit dem Award wollen wir innovative Ansätze in Patientenversorgung und Gesundheitswirtschaft fördern.“

Der Auftakt kann sich nach Einschätzung der Initiatoren sehen lassen. „Mehr als 170 Bewerbungen sind ein toller Start“, sagte Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse nach der Jurysitzung. „Es waren wirklich interessante Projekte dabei. Das zeigt, wie viel Potenzial für das Gesundheitswesen vorhanden ist. Nun geht es darum, solche innovativen Ansätze weiter voranzubringen“, so Baas.

In drei Kategorien waren Bewerbungen gesucht: studentische Initiativen, Start-ups sowie etablierte Unternehmen. In der Kategorie Start-ups gingen dabei mehr als 110 Anträge ein. Die Sieger werden am 10. November 2016 bei einer Festveranstaltung in Berlin bekanntgegeben.

Die sechsköpfige Expertenjury machte sich die Entscheidung nicht leicht: Wie innovativ ist die Idee? Ist der Nutzen messbar? Überzeugt das Geschäftsmodell? Und wie realistisch ist die Möglichkeit, das Projekt für eine große Menge Patienten anbieten zu können? Das waren einige der Fragen, die die Jury beschäftigen. Im Gremium saßen: Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands Techniker Krankenkasse, Sven Afhüppe, Chefredakteur Handelsblatt, Professor Björn Bergh, Direktor des Zentrums für Informations- und Medizintechnik am Universitätsklinikum Heidelberg, Marianne Stroehmann, Director Travel & Finance bei Google Deutschland, Axel Wehmeier, Sprecher der Geschäftsführung Deutsche Telekom Healthcare and Security Solutions, Markus Müschenich, Gründer und Managing Partner von der Beteiligungsgesellschaft Flying Health, sowie Juliane Zielonka, Managing Director vom Start-up-Bootcamp Digital Health Berlin, das Firmengründer unterstützt.

In der Kategorie Start-ups wählte die Jury den app-basierten Diabetes-Service My Sugr. Das 2012 in Wien gegründete Start-up unterstützt Diabetes-Patienten im Therapiealltag. Ebenfalls für die Endrunde qualifizierte sich Neuronation, das ein personalisiertes Gehirn- und Gedächtnistraining anbietet, das auch in der Rehabilitation nach einem Schlaganfall oder einer Chemotherapie eingesetzt wird. Dritter Finalist wurde die Plattform Viomedo, die Patienten Zugang zu medizinischen Studien und neuen Behandlungsmethoden bietet.

In der Kategorie Studenten qualifizierte sich das Team um Friedrich Lämmel vom Rostocker Fraunhofer Institut für grafische Verarbeitung, das einen digitalen Gesundheitsbegleiter entwickelt hat. Der soll mit den Standardsensoren handelsüblicher Smartwatches Vitaldaten des Nutzers erfassen und potenzielle Gesundheitsrisiken identifizieren. Auch Oliver Heinze von der Universität Heidelberg schaffte es unter die Finalisten. Er hat mit seinem Team ein komplexes Patienteninformationssystem geschaffen, das die Vermittlung von Daten zwischen Arzt und Patient erleichtert. Dritter Finalist ist Daniel Mark mit seinem Team von der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung. Ihre Diagnoseplattform ermöglicht es Ärzten, in weniger als 30 Minuten festzustellen, ob ihre Patienten Krankheitserreger oder multiresistente Keime in sich tragen.

Bei den etablierten Unternehmen wählte die Jury den kontaktfreien Schlafsensor der Firma Beurer, mit dem das Schlafverhalten analysiert werden kann. Als zweites Projekt qualifizierte sich das Koordinationstrainingssystem der Firma Zebris Medical, eine Art multimedialer Trainingskiosk für Rehabilitation und Fitnessstudios, der für mehr Fitness, aber auch sichere Mobilität sorgen soll. Ebenfalls nominiert für die Endrunde wurde die Firma Samedi. Deren Arztterminplanungssystem sendet automatisch Aufklärungsvideos an den Patienten, die die wichtigsten Informationen zur Behandlung enthalten und das Arztgespräch ergänzen sollen.

Die Auswahl der Bewerber wurde wissenschaftlich begleitet von Sebastian Schäfer, Leiter des Startup-Förderprogramms Unibator der Goethe-Universität Frankfurt und Ingo Franz, Geschäftsführer des Startup-Beratungsunternehmen Vectorpilot.

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