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10.01.2015

11:44 Uhr

„Dragon“ auf dem Weg ins All

Start geglückt, Trägerrakete verfehlt Ziel

Nach der Explosion eines Raumfahrt-Frachters vor rund zwei Monaten ist wieder ein Versorgungs-Transporter ins All gestartet. Der Versuch, die Trägerrakete nach dem Start wieder sicher zu landen, scheiterte allerdings.

Die Rakete mit dem Versorgungs-Transporter hob am frühen Samstagmorgen vom Weltraum-Bahnhof Cape Canaveral ab. ap

Die Rakete mit dem Versorgungs-Transporter hob am frühen Samstagmorgen vom Weltraum-Bahnhof Cape Canaveral ab.

Cape CanaveralZwei Monate nach der Explosion eines unbemannten Versorgungsfrachters ist erstmals wieder ein privater US-Raumtransporter zur Internationalen Raumstation ISS gestartet.

Der von dem Unternehmen SpaceX betriebene „Dragon“ hob am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) erfolgreich vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab, meldete die US-Raumfahrtbehörde Nasa per Twitter.

„Dragon“ hat bereits vier Versorgungsflüge zur ISS hinter sich, sieben sollen noch folgen.

Bei diesem Flug wollte Betreiber SpaceX aber eine Neuheit testen: Ein Teil der Rakete sollte nach dem Start und dem Abkoppeln des Frachters auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik niedergehen und dann wiederbenutzt werden. Doch der Versuch ist gescheitert.

Raumfahrt-Katastrophen

22. März 1961

Kurz vor dem ersten russischen Raumflug kommt der Kosmonaut Walentin Bondarenko beim Training in einer Isolationskammer des Moskauer Instituts für Raumfahrtmedizin ums Leben. Ein mit Alkohol getränkter Wattebausch hatte sich entzündet und die mit reinem Sauerstoff gefüllte Kammer in Brand gesetzt.

27. Januar 1967

Bei einem Bodentest der US-Raumkapsel Apollo 1 am Raketenstartplatz Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) verbrennen drei amerikanische Astronauten. Ein Funke hatte die Kapsel in Brand gesetzt.

24. April 1967

Der sowjetische Kosmonaut Wladimir Komarow zerschellt nach der Rückkehr aus dem Weltraum mit seinem Raumschiff Sojus 1 auf der Erde. Das Fallschirmsystem hatte versagt.

29. Juni 1971

Die dreiköpfige Besatzung des sowjetischen Raumschiffes Sojus 11 wird bei der Rückkehr von der Saljut-Raumstation tot in ihrer Kapsel aufgefunden. Bei der Landung hatte der Druckausgleich der Kapsel versagt.

18. März 1980

Eine Wostok-2M-Rakete explodiert beim Betanken direkt auf der Startrampe des russischen Weltraumbahnhofs Plessezk. 48 Menschen sterben.

28. Januar 1986

Nur 73 Sekunden nach dem Start explodiert die US-Raumfähre Challenger und stürzt in den Atlantik. Alle sieben Astronauten kommen ums Leben. Unglücksursache: eine fehlerhafte Dichtung zwischen Segmenten einer Antriebsrakete.

15. Februar 1996

Eine chinesische Rakete des Typs CZ-3 kommt kurz nach dem Start vom Kurs ab und stürzt in ein Dorf. Bei der Explosion sterben nach offiziellen Berichten sechs Menschen, inoffizielle Quellen sprechen von bis zu 500 Toten.

1. Februar 2003

Die Raumfähre Columbia bricht während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre auseinander. Alle sieben Astronauten an Bord sterben. Ursache der Katastrophe: Beim Start war ein Stück Schaumstoff vom Außentank abgerissen und hatte die Hitze-Isolierung des Spaceshuttles beschädigt.

22. August 2003

Eine brasilianische Trägerrakete des Typs VLS-1 explodiert auf der Startrampe des Weltraumbahnhofs Alcantara im Norden Brasiliens. 21 Menschen sterben.

Die erste Stufe der unbemannten Falcon-Rakete habe zwar die Plattform mehrere hundert Kilometer vor der Küste Floridas erreicht, sagte der Milliardär Elon Musk, dessen Firma SpaceX im Auftrag der Nasa das private Raumfrachtprogramm betreibt. Sie sei aber zu hart gelandet und auseinandergebrochen.

Es war der erste Versuch überhaupt, eine Trägerrakete wieder vertikal zu landen. „Knapp, aber diesmal keine Zigarre“, sagte Musk.

Die Dragon-Kapsel mit mehr als 2300 Kilogramm Essen, Experimenten und anderen Gegenstände war jedoch sicher auf dem Weg zur ISS-Besatzung.

SpaceX hatte die Rakete bereits am Dienstag ins All schicken wollen. Technische Probleme hatten den Start aber verzögert.

Von

dpa

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