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18.05.2012

09:54 Uhr

Dragon fliegt zur ISS

Vor dem Start in eine neue Raumfahrt-Ära

Nach mehrfacher Startverschiebung soll am Samstag nun erstmals ein privater Raumtransporter zur Raumstation ISS abheben. Die Verantwortlich sind nervös – und bauen bereits einem möglichen Fehlschlag vor.

Die Computerillustration der Nasa zeigt die "Dragon"-Kapsel, unmittelbar bevor sie vom Roboterarm der ISS gepackt und in die richtige Parkposition gebracht wird. dpa

Die Computerillustration der Nasa zeigt die "Dragon"-Kapsel, unmittelbar bevor sie vom Roboterarm der ISS gepackt und in die richtige Parkposition gebracht wird.

WashingtonDie Nasa schlägt ein neues Kapitel in der Raumfahrtgeschichte auf: An diesem Samstag soll im Auftrag der US-Weltraumbehörde der erste private US-Raumtransporter zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Das kalifornische Unternehmen SpaceX will seine unbemannte Kapsel mit dem Namen „Dragon“ (Drache) vom Nasa-Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) aus mit der ebenfalls selbst entwickelten Falcon 9-Trägerrakete ins All schießen.

„Es ist ein historischer Start“, meint ISS-Programmdirektor Mike Suffredini von der Nasa. „Wir stehen in der Morgendämmerung einer neuen aufregenden Ära“, zeigen sich die Verantwortlichen von SpaceX überzeugt.

Raumtransporter Dragon im Überblick

Größe

Die „Dragon“-Raumkapsel hat eine Länge von 4,4 Metern. Ihr Durchmesser beträgt 3,6 Meter. In dem drucklosen Laderaum der Kapsel können mehr als 3300 Kilogramm Fracht transportiert werden.

Trägersystem I

Die Raumkapsel wird mit einer „Falcon 9“-Trägerrakete, die ebenfalls von SpaceX entwickelt wurde, ins All geschickt. Mit der an der Spitze montierten Raumkapsel ist die Rakete 48 Meter hoch.

Trägersystem II

Die „Falcon 9“-Rakete ist nach dem Raumschiff „Millennium Falcon“ aus den „Star Wars“-Kinofilmen benannt. Die Trägerrakete hat neun Triebwerke und 18 Schubdüsen für das Manövrieren im Orbit.

Ladung

Der Raumtransporter ist beladen mit mehr als 500 Kilogramm Vorräten und Materialien für wissenschaftliche Experimente.

Bemannte Missionen

Das Design der Kapsel ist so angelegt, dass sie umgebaut werden kann, um in Zukunft bis zu sieben Astronauten zu transportieren.

Doch die Nasa und der kommerzielle Raumschiffbauer sind sich bewusst, dass es nicht einfach wird. Schließlich hatte die Mission zuvor aus technischen Gründen mehrfach verschoben werden müssen. „Unsere Aussichten sind recht gut, aber es muss betont werden, dass bei einer solchen Mission auch vieles schiefgehen kann“, erklärte Firmenchef Elon Musk. Es ist überhaupt erst der dritte Flug der Falcon-9-Rakete und der zweite der „Dragon“-Kapsel.

Die Reise zur ISS soll drei Tage dauern. Als besonders kompliziert gilt bei dem Testflug das Andocken des „Drachen“ an die Raumstation. In der letzten Phase müssen die Astronauten der ISS die Kapsel mit einem Roboterarm packen und in die richtige Parkposition bringen. Im Notfall kann das Manöver in letzter Minute abgeblasen werden. Die mehr als 500 Kilogramm schwere Ladung der Kapsel – vor allem Proviant für die ISS-Bewohner – sei entbehrlich, betonen Nasa und SpaceX.

Zwei Wochen soll der „Drache“ an der Raumstation angedockt bleiben. Auf dem Rückflug wird die Kapsel mehr als 600 Kilogramm Abfall zur Entsorgung auf der Erde an Bord haben. Geplant ist eine Wasserlandung im Pazifik vor der kalifornischen Küste. Ein Schiff soll „Dragon“ dann auflesen und an Land bringen. Langfristig soll auch eine Landung auf festem Boden möglich werden.

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