Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2005

07:00 Uhr

Dreidimensionale Bauteile gesucht

Software durchforstet Konstruktionsdatenbanken

VonLars Reppesgaard (Handelsblatt)

Eine neuartige Suchmaschine, die dreidimensionale Formen miteinander vergleichen kann, verhindert kostspielige Doppelentwicklungen. Mit dem Programm können Konstrukteure erstmals quasi per Tastendruck prüfen, ob ein Bauteil, das für ein neues Produkt benötigt wird, bereits vorhanden ist oder ob es tatsächlich neu entwickelt werden muss.

HB DÜSSELDORF. Die Software, die vom Softwarehersteller sd&m in München entwickelt wurde, scannt die Konstruktionsdatenbanken und erzeugt von jedem 3D-Modell einen geometrischen Fingerabdruck. Dazu analysiert die Suchmaschine die Bauteile, extrahiert automatisch charakteristische Merkmale und vergleicht diese mit den Informationen in der Datenbank. „So werden selbst die unterschiedlichsten Formen miteinander vergleichbar“, sagt Kai Grambow, Vorstand bei sd&m.

Geolus – so der Name des Programms – sei das einzige Suchprogramm, das Suchfunktionen für dreidimensionale Strukturen in Bauteildatenbanken besitzt, bestätigt Suchmaschinen-Experte Claus-Peter Rückemann vom Rechenzentrum der Universität Hannover. Bisherige Programme, die ähnlich wie Google nur Boole’sche Algebra und Suchwörter als Werkzeuge haben, sind bei der Suche nach geometrischen Kriterien hoffnungslos überfordert.

Daher beschreiben Ingenieure heute noch ihre Konstruktionen umständlich mit technischen Parametern und ordnen sie in Objektbibliotheken ein, um Bauteile in der Datenbank wieder zu finden. Tippfehler, falsche Datierungen, unterschiedliche Nomenklaturen, Typennummer und Produktdatenformate erschweren aber das Finden.

„Unnötige Teilehaltung ist eines der teuersten Hobbys, das man sich leisten kann“, sagt Ulrich Sälzer, Director IT Commercial Vehicles Development bei Daimler-Chrysler in Stuttgart. Um Doppelentwicklungen zu vermeiden, müssen die LKW-Bauer bei Daimler-Chrysler jedoch nicht nur die eigenen Teilebestände durchforsten, Mergers wie zum Beispiel mit dem US-Nutzfahrzeughersteller Freightliner und dem japanischen LKW-Anbieter Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation oder die Fusion zwischen Daimler und Chrysler hatten auch zur Folge, dass zu den mehreren Millionen Bauteilen der Stuttgarter Millionen weitere Konstruktionen hinzugekommen sind. „Die Mercedes-Teile kennen wir. Aber die Bestände von Fuso, Detroit Diesel oder Freightliner wollen wir natürlich zusätzlich erschließen und mit unseren Teilebeständen zusammen bringen“, sagt Sälzer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×