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01.08.2012

15:25 Uhr

Ebola

Die Angst vor dem Killer-Fieber geht um

Das gefährliche Fieber ist zurück. Zum vierten Mal innerhalb von nur zwölf Jahren geht das Ebola-Virus in Uganda um. Im Land herrscht Panik, denn gegen den Erreger gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Gegen das Ebola-Virus gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel. dpa

Gegen das Ebola-Virus gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Addis Abeba/KampalaIn Uganda ist derzeit wieder ein Wort in aller Munde, das entsetzliche Erinnerungen hervorruft: Ebola. Zum vierten Mal innerhalb von nur zwölf Jahren schlägt die Epidemie derzeit in dem ostafrikanischen Land zu. Warum das Virus gerade in Uganda so häufig auftritt, ist selbst Experten ein Rätsel.

Die gute Nachricht ist, dass die Behörden mittlerweile gut auf einen Ausbruch des lebensgefährlichen Fiebers vorbereitet sind. Mögliche Infizierte werden umgehend isoliert, Aufklärungskampagnen gestartet und Quarantänestationen eingerichtet. Aber die Angst vor der Seuche, die in mindestens der Hälfte aller Fälle zum Tod führt, ist ungebrochen.

Washington Ocaya kann sich noch genau an das grauenvolle Bild eines Ebola-Opfers erinnern, dem er vor zwölf Jahren in seiner nördlichen Heimatregion Gulu begegnet war. „Der Mann war sehr schwach, und aus seinen Augen floss Blut, das an seinem Gesicht herunterlief. Auch andere Teile seines Körpers bluteten“, erzählt er mit zitternder Stimme.

Seit die Krankheit Anfang Juli im entlegenen Distrikt Kibaale im Westen des Landes erstmals wieder aufgetreten war, sind bereits 14 Menschen gestorben. Drei neue Fälle wurden erst am Dienstag bestätigt, 63 weitere Ugander gelten als mögliche Infizierte, über 20 von ihnen liegen bereits in Quarantänestationen.

Nachdem es vor wenigen Tagen Berichte von ersten Erkrankten in der Hauptstadt Kampala gab, herrscht in weiten Landesteilen Panik. Präsident Yoweri Museveni nahm die Situation so ernst, dass er sein Volk im Fernsehen dazu aufforderte, jegliche körperliche Kontakte zu vermeiden. „Ebola kann durch Schweiß, Speichel beim Küssen, Blut, den Kontakt mit Erbrochenem, Urin oder sexuellen Flüssigkeiten übertragen werden“, warnte er.

Viele Ugander sind verunsichert. Selbst Händeschütteln gilt jetzt als Tabu. So mancher recke derzeit eine Faust in die Luft, statt Bekannten auf der Straße die Hand zu geben, sagen Augenzeugen. Andere versuchen, normal weiterzuleben, wie etwa der Student Patrick Mukonyezi: „Ich habe Angst vor Ebola, aber ich grüße die Leute weiter wie bisher. Es ist schwer, solchen Ratschlägen zu folgen, wir grüßen uns eben traditionell durch Händeschütteln.“

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