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19.01.2015

08:52 Uhr

Ebola

Epidemie in Mali offiziell für beendet erklärt

Die Regierung und die UNO verkünden einen Erfolg im Kampf gegen die Viruserkrankung Ebola: In Mali wurde die Epidemie offiziell für beendet erklärt. Andere Länder sind aber weiterhin betroffen.

Ein Freiwilliger bekommt in Mali eine Impfung mit dem Ebola-Impfstoff „cAd3-EBO-Z“. dpa

Ein Freiwilliger bekommt in Mali eine Impfung mit dem Ebola-Impfstoff „cAd3-EBO-Z“.

BamakoDie Ebola-Epidemie im westafrikanischen Mali ist offiziell für beendet erklärt worden. Dies sei möglich, weil nun 42 Tage lang keine neuen Fälle der Erkrankung gemeldet worden seien, erklärte der malische Gesundheitsminister Ousmane Koné am Sonntag in Bamako. Der für die Bekämpfung von Ebola in Mali zuständige UN-Vertreter Ibrahim Soce Fall bestätigte das Ende der Epidemie. In Mali waren sieben Menschen an Ebola gestorben.

Er rufe für Mali das „Ende der Ebola-Epidemie“ aus, hieß es in einer Erklärung von Koné, die im Fernsehen übertragen wurde. Dabei dankte er den Behörden und Pflegekräften für ihre „wochenlange intensive Arbeit“, rief aber gleichzeitig dazu auf, die strengen Hygienestandards und Schutzmaßnahmen weiterhin zu beachten. Den Angaben des Ministers zufolge wurde Anfang Dezember der letzte wegen Ebola behandelte Patient negativ auf das Virus getestet.

Mali habe die Ebola-Epidemie „hinter sich gelassen“, erklärte unabhängig von der Regierung auch der UN-Vertreter Fall. Das Land halte sich dabei streng an die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach sind zwei Inkubationsperioden von 21 Tagen ohne neue Fälle von Ebola nötig, damit ein Land als von der Epidemie befreit betrachtet werden kann.

Ebola ist eine gefährliche Viruserkrankung und hochansteckend, sobald Patienten Symptome wie Fieber, Schmerzen, Erbrechen oder Durchfall aufweisen. Übertragen wird das Virus durch Körperflüssigkeiten, weshalb auch Pflegekräfte sehr gefährdet sind.

Wie sich Ebola verbreitet

Wann ist Ebola ansteckend?

Nur dann, wenn jemand bereits Symptome zeigt. Diese können allerdings unspezifisch sein. Die Krankheit kann mit Fieber, grippeähnlichen Schmerzen und Unterleibsschmerzen beginnen, später können Erbrechen und Durchfall folgen.

Wie breitet sich Ebola aus?

Durch Körperflüssigkeiten einer infizierten Person. Dazu zählen Blut, Schweiß, Erbrochenes, Urin, Kot, Speichel und Sperma. Diese Flüssigkeiten müssen bei einem anderen Menschen einen Eingangspunkt finden, sie können durch einen Schnitt oder Kratzer eindringen. Das Virus kann zudem weitergereicht werden, wenn jemand mit kontaminierten Händen die Nase, den Mund oder die Augen eines anderen berührt. Oder jemand wird mit den kontaminierten Flüssigkeiten angespritzt. Darum tragen Gesundheitsmitarbeiter Schutzhandschuhe und andere Schutzausrüstung.

Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, Blut, Stuhl und Erbrochenes seien die am stärksten ansteckenden Flüssigkeiten. In Speichel sei der Virus nur bei schwer erkrankten Menschen entdeckt worden, aus Schweiß sei er noch nicht entnommen worden.

Was passiert bei zufälligem Kontakt mit einem Infizierten?

Ebola wird nicht durch die Luft übertragen. Der Direktor der US-Seuchenbehörde (CDC), Tom Frieden, sagte, Menschen steckten sich nicht an, wenn sie beispielsweise nur in einem Bus neben einem Ebola-Patienten sitzen. „Es ist nicht wie bei der Grippe. Es ist nicht wie bei Masern, nicht wie bei der gewöhnlichen Erkältung. Es breitet sich nicht so aus“, sagte er.

Können Hunde das Virus übertragen?

Das weiß man noch nicht genau. Die Behörden schläferten den Hund der spanischen Krankenschwester ein, bei der Ebola diagnostiziert worden war. Es ist aber kein Fall dokumentiert, in dem jemals Ebola von einem Hund auf einen Menschen übertragen wurde. Aber es gibt eine Studie, nach der es möglich sein soll, dass Hunde Ebola bekommen können - ohne Symptome zu zeigen.

Wie wird vorgegangen, wenn ein Ebola-Verdacht besteht?

Die Krankenhäuser, die einen Verdachtsfall haben, informieren ihr Gesundheitsministerium oder die Seuchenbehörde. Dann wird eine Checkliste durchgegangen, um festzustellen, wie hoch das Risiko ist. So wird unter anderem gefragt, ob die Person von einem riskanten Kontakt mit einem bekannten Ebola-Patienten berichtet hat, wie krank sie ist und ob eine andere Diagnose wahrscheinlicher ist.

Am stärksten betroffen von der jüngsten Epidemie sind die westafrikanischen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea. Die WHO hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass auch dort die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgehe. WHO-Sprecher Tarik Jasarevic sprach von einem „ersten optimistischen Signal“.

Wegen der verbesserten Lage sollten am Montag in Guinea die Schulen und Universitäten mit fast viermonatiger Verspätung wieder öffnen. In Liberia, wo die Schulen seit Ende Juli geschlossen sind, ist der Start für den 2. Februar vorgesehen.

Nach jüngsten WHO-Angaben starben mittlerweile mehr als 8400 Menschen an Ebola, knapp 21.300 Menschen infizierten sich. Praktisch alle Todesopfer waren in Sierra Leone, Liberia und Guinea zu beklagen.

Von

afp

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