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09.10.2014

16:50 Uhr

Ebola-Epidemie

Ist Ebola die Pest der Neuzeit?

Was vor drei Monaten noch Panikmache gewesen wäre, ist heute ein zulässiger Vergleich: So wie der schwarze Tod einst halb Europa dahinraffte, wütet Ebola in Afrika. Und selbst Europa kann sich nicht länger schützen.

Spanische Krankenschwester

Ebola-Infizierte erfuhr Diagnose aus der Zeitung

Spanische Krankenschwester : Ebola-Infizierte erfuhr Diagnose aus der Zeitung

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Es ist die schlimmste Ebola-Epidemie seit Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Der Krankheitserreger verbreitet sich mit unkontrollierter Geschwindigkeit. Die vornehmlich betroffenen westafrikanischen Länder sind mit dem Krisenmanagement überfordert.

Diese Meldungen sind veraltet. Sie stammen aus der Zeit zwischen April und Juni dieses Jahres, als bis zu 350 Todesfälle auf Ebola zurückzuführen waren. Mittlerweile hat sich die Zahl der Ebola-Opfer verzehnfacht, beinahe 4.000 Menschen sind an der Epidemie gestorben. Wenn die Krankheit schon vor einem halben Jahr außer Kontrolle geraten war, wie ist der heutige Zustand zu beschreiben?

Der Ausmaß der Ebola-Epidemie ist gewachsen, und ein Ende nicht abzusehen. Im Gegenteil. Weltbank-Präsident Jim Yong Kim spricht bereits davon, dass die Weltgemeinschaft im Kampf gegen das tödliche Ebola-Virus „kläglich gescheitert“ sei. Je länger die Seuche in den westlichen Ländern noch unterschätzt wird, desto größer ist die Gefahr, die von ihr ausgeht.

Ist die Ebola-Epidemie der „Schwarze Tod“, die Pest der Neuzeit? Aus jetziger Sicht nicht. Denn zumindest in Deutschland sind medizinisches Know-How und hygienische Standards gegeben – ganz im Gegensatz zu früheren Epidemien in der europäischen Geschichte, in der die Bürger der Krankheit macht- und hilflos gegenüberstanden.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Wenn die Schutzvorschriften verantwortungsvoll umgesetzt werden, so hoffen die Behörden, gilt eine massenhafte Ausbreitung der Krankheit als höchst unwahrscheinlich. Wenn sie eingehalten werden. Doch die jüngsten Entwicklungen geben Grund zur Sorge.

In Spanien ist am Montag der erste Fall einer Ebola-Infektion außerhalb Afrikas bekannt geworden. Die spanische Krankenschwester Teresa Romero hatte einen mittlerweile verstorbenen Priester betreut, der aus Sierra Leone in die spanische Hauptstadt gebracht worden war. Dabei hat sie sich vermutlich mit dem Virus infiziert.

Neben ihr und einigen Menschen, die in Kontakt mit der Patientin gekommen sind, müssen nun auch zwei Ärzte vorsorglich in Quarantäne. Damit erhöht sich die Zahl der auf der Isolierstation in Madrid beobachteten Menschen auf sieben. Bei keinem von ihnen wurde aber bisher Ebola nachgewiesen.

In Spanien kommen jedoch inzwischen Zweifel auf, ob die Regeln bei der Behandlung von Ebola korrekt eingehalten wurden. Nach der ersten Diagnose wurden Vorwürfe gegen das Madrider Krankenhaus Carlos III laut. „Irgendwo muss es ein menschliches Versagen gegeben haben“, sagte der Virologe Luis Enjuanes der Zeitung „El País“.

Am Dienstag versammelten sich die Angestellten des Krankenhauses, um den Rücktritt der spanischen Gesundheitsministerin Ana Mato zu fordern. Sie hätten keine ausreichende Schulung für den Umgang mit den Ebola-Patienten bekommen, klagten sie. Die einzige Hilfe die sie bekommen hätten, sei eine 30-minütige Schulung gewesen, man hätte ihnen nicht gezeigt, wie sie die Schutzkleidung anziehen sollen.

Kommentare (13)

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Herr Konstantin Lewe

09.10.2014, 17:33 Uhr

Noch nicht würde ich sagen aber man sollte so langsam
mal etwas aggressiver vorgehen eine kleine Rechnung:

100 Infizierte infizieren jeweils 100 Weitere somit
10.000 Kranke diese infizieren jeweils wieder 100 Weitere.

Nach nur 2 Stufen sind wir bei tada: EINER MILLION MENSCHEN

Die 1. Stufe wurde bereits locker erreicht.
Und eine Million zuhandeln könnte ein Problem werden
denn die Gesellschaft vor Ort könnte dadurch zusammen
brechen. Die Leute werden um Plätze im Krankenhaus
kämpfen. Somit indirekt auch noch Leute dran glauben werden müssen.

Diese Länder dort in Westafrika haben weder genug
Personal noch Ausrüstung um damit fertig zu werden.

Es ist ja nicht so dass wir nichts dagegen machen
können. Genauso wie gegen Krebs und HIV gibt es auch
gegen Ebola wirksame Medizin nur die kostet eben viel
Geld und davon gibt es natürlich nur sehr sehr wenig.

Man könnte also versuchen mehr Mittel zur Verfügung
zu stellen um das Personal zuschützen und um den
Virus schneller erkennen zukönnen. (@Kühlhäuser)

Ich finde auch das die westlichen Länder ein solch
heftigen Virus in unser globalen Welt deutlich
unterschätzen. Denn dadran sterben 50% aller Kranken
egal ob reich,arm,jung oder alt es kann Jeden treffen.

Account gelöscht!

09.10.2014, 17:37 Uhr

Ebola-Epidemie

Ist Ebola die Pest der Neuzeit?
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Wir leben im Jahr 2014...

Viren gibt es sogar schon im Lager als Waffen...

es gibt sogar schon die Trennung dass ein bestimmter Virus nur eine bestimmte Menschengruppe angreift...

alles bekannt im Militär.

EBOLA ist aber nicht Neu...

da wird einen Virus verteufelt dass man wie jedes anderen Virus bekämpfen kann...wenn man will.

Sieht man aber die heutige Welt an...

dann fragt man sich warum so Kluge Köpfe so massive Fehler machen bei der Beseitigung eines Ebola-Virus.

Man begrabt die Verstorbene und denkt nicht an das TRINKWASSER.

Da gehört bei eine solche Seuche wie EBOLA sofortige Einführung von MOBILE KREMATORIEN zu mindestens für die Verstorbene die keine Familienangehörige haben dass auf eine herkömmliche Beerdigung bestehen da man schon heute NICHT ABSCHÄTZEN KANN WIE SICH DAS VIRUS EVENTUELL DOCH ERHÄLT.=>NIEMANDEN DENKT AN DAS TRINKWASSER ?

Dazu ist es nicht Human wenn Menschen die von EBOLA betroffen sind ...WARTEN MÜSSEN AUF EINE MENSCHLICHE MEDIZINISCHE AUFNAHME UND BEHANDLUNG.

Diese Betroffene erkrankte Menschen haben einen Human-Recht SOFORT BEHANDELT ZU WERDEN.
Dazu sind diese erkrankte Menschen einen Potentialen Ansteckungsgefahr für noch nicht mit dem Virus Ebola kontaminierte Bevölkerung...da diese angesteckte dann normale Sanitäre Anlagen oder sonstiges benutzen was andere auch benutzen...und so werden die angesteckte nicht nur alleine gelassen sondern stecken ungewollt weitere Menschen an.

Wenn etwa LIBERIAS STAATSOBERHÄUPTER um Hilfe der Welt gegenüber bittet weil es mit der Lage überfordert ist...fragt sich jeder Humaner Mensch in dieser Welt warum man einen Liberischen Staat erst um Hilfe bitten lassen muss und nicht längst schon vorher die Hilfe der Welt als selbstverständlich dort schon längst aktiv ist.

Dann aber in eine mobile Welt von heute ist es klar dass etwa reisende den Virus weiter übertragen...für Virus gibt es keinen Zoll oder Grenzen.

Herr Helmut Metz

09.10.2014, 17:57 Uhr

Mit Verlaub: aber eine schwere Grippe-Welle fordert in jedem(!) Jahr deutlich mehr Todesopfer als das Ebola-Virus bis jetzt.
Und nicht dieses Virus ängstigt mich wirklich, sondern (sorry, aber hier ist diese Bezeichnung wirklich angebracht) Vollidioten unter den Wissenschaftlern, die doch tatsächlich das Virus der Spanischen Grippe nachgezüchtet haben, mit ihm herum experimentieren (und das noch nicht einmal in Level-4 Laboren), es möglicherweise mit dem Vogelgrippe-Virus kreuzen und sogar per Post(!!) verschicken:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/viren-versand-spanische-grippe-kommt-per-post-a-384079.html
Zwischen 1918 und 1920 forderte das Virus der Spanischen Grippe weltweit bis zu 50 Millionen Todesdopfern (und damit deutlich mehr als der Erste Weltkrieg!) - davon sind wir bei Ebola also weit entfernt.
Da sich eine Ausbreitung des Ebola-Virus in Afrika effektiv nur mit strengsten Notstandsgesetzen verhindern lassen würde (Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Ausgangssperren, bis hin zum Schießbefehl an den Landesgrenzen gibt es teilweise ja schon), bedeutet das für die betroffenen Länder in aller Regel zudem den Totalzusammenbruch der Wirtschaft (mit dann zusätlicher finanzieller Not der Bevölkerung). In Europa dagegen ist die Gefahr einer Ebola-Epidemie sehr gering - siehe auch dieses wirklich gute Aufklärungsvideo:
http://www.youtube.com/watch?v=NJ6vPhEtLK4&list=UUfhQH9DzSSYesc0Su0dqnMQ

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