Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.10.2014

08:01 Uhr

Ebola-Epidemie

Weltgemeinschaft sucht verzweifelt nach Lösungen

Während in Texas ein Ebola-Patient stirbt und ein Polizist erste Symptome zeigt, verschärfen die USA ihre Einreisekontrollen. In Deutschland kommt der dritte Ebola-Patient an. DieWeltpolitik sucht indes nach Lösungen.

Angst vor Ausbreitung

Ebola-Patient in Texas gestorben

Angst vor Ausbreitung: Ebola-Patient in Texas gestorben

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Washington/LeipzigDie internationale Gemeinschaft ist nach Aussage von Weltbank-Präsident Jim Yong Kim in ihrem Kampf gegen das tödliche Ebola-Virus „kläglich gescheitert“. Nachdem die Krise nun auch Spanien und die USA betreffe, sei die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass das Virus auch andere europäische Länder erreiche, warnte Kim am Mittwochabend in einem Interview der Zeitung „The Guardian“.

Er wünsche sich die Unterstützung der westlichen Regierungen für einen neuen 20 Milliarden Dollar (15,7 Milliarden Euro) schweren Gesundheitsfonds für Notfälle. „Ebola war eine Bewährungsprobe und wir haben versagt. Wir sind mit unserer Reaktion kläglich gescheitert“, zitierte das Blatt den Weltbank-Präsidenten in seiner Onlineausgabe.

In Leipzig landete unterdessen um kurz nach 5 Uhr der dritte Ebola-Patient, der in Deutschland behandelt werden soll. Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums handelt es sich bei dem Patienten um einen UN-Mitarbeiter. Der umgebaute „Gulfstream“-Jet verfügt über eine Isolationskammer und transportiert Ebola-Patienten aus Westafrika. Kurz nach der Ankunft nahmen in der morgendlichen Dunkelheit Helfer in Vollschutzanzügen und zwei Krankenwagen das Flugzeug in Empfang.

Auch der aus Liberia eingeflogene Patient trug einen weißen Schutzanzug, nur sein Gesicht war nicht bedeckt. Zwei Helfer stützten den Mann und brachten ihn zum Krankenwagen. Kurz darauf wurde er mit Polizeibegleitung über die Autobahn ins Leipziger Klinikum Sankt Georg gebracht. Die Klinik wollte im Laufe des Donnerstags über Einzelheiten zur Behandlung des Patienten informieren.

Das Sankt Georg ist eines von sieben Krankenhäusern in Deutschland mit einer Sonderisolierstation für hochinfektiöse Krankheiten. Sechs Zimmer der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin können unter höchsten Quarantäne-Bedingungen betrieben werden.

Derzeit liegt ein mit Ebola infizierter Arzt aus Uganda in Frankfurt/Main auf der Seuchenstation. Ein Erkrankter aus dem Senegal wurde nach fünf Wochen Behandlung gesund aus einer Hamburger Klinik entlassen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×