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25.08.2014

09:55 Uhr

Ebola

Es fehlt an Medikamenten

Im Kampf gegen Ebola werden experimentelle Medikamente wie ZMapp eingesetzt. Doch die Bestände sind nahezu erschöpft und es ist keinesfalls geprüft. Japan kündigt indes an ein neues Medikament zur Verfügung zu stellen.

Slum-Bewohner unter Quarantäne: Sicherheitskräfte in Liberias Hauptstadt Monrovia patrouillieren rund um das Armenviertel West Point. Reuters

Slum-Bewohner unter Quarantäne: Sicherheitskräfte in Liberias Hauptstadt Monrovia patrouillieren rund um das Armenviertel West Point.

Oxford/Monrovia/TokioFür eine effektive Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in Westafrika hätten nach Schätzungen von Epidemie-Forschern bereits bis zu 30.000 Menschen mit wirksamen Medikamenten behandelt oder vorbeugend geimpft werden müssen.

Jedoch würden selbst die Bestände an noch kaum erprobten Wirkstoffen nicht ausreichen, um diesen Bedarf auch nur annähernd zu decken, warnt der Epidemiologe Oliver Brady von der englischen Universität Oxford in der Fachzeitschrift „Nature“.

Angesichts des bislang schwersten Ausbruchs des lebensgefährlichen Ebola-Virus müssten Politik und Wirtschaft die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen dringend beschleunigen, fordert Brady.

Die große Ebola-Frage: Woher kommt das Virus?

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Den schweren Ebola-Ausbruch eindämmen - das hat im Augenblick die höchste Priorität. Aber dahinter lauert die Frage, woher denn das Virus genau kommt. Es gibt Vermutungen, aber bisher keine Sicherheit.

Die Zahl von 30.000 Menschen, die eine wirksame therapeutische oder prophylaktische Behandlung benötigt hätten, beruhe auf der Annahme eines „konservativen Szenarios“ der jetzigen Epidemie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehe allerdings davon aus, dass das ganze Ausmaß immer noch unterschätzt werde.

Die WHO hatte am 12. August grünes Licht für den Einsatz experimenteller Medikamente im Kampf gegen Ebola gegeben. Nach positiven Erfahrungen bei der Behandlung von zwei mit Ebola infizierten Helfern in den USA ist das Medikament ZMapp auch in Liberia eingesetzt worden. Die Bestände seien allerdings nahezu erschöpft, berichtet der Forscher.

Auch bei anderen noch in der Erprobung befindlichen Wirkstoffen reichten die Vorräte höchstens zur Behandlung von einigen Dutzenden oder maximal Hunderten Patienten, aber keineswegs für Zehntausende aus. Durch die Ebola-Epidemie in Westafrika sind laut WHO in Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone insgesamt bereits mehr als 1.200 Menschen umgekommen.

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