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24.10.2014

18:21 Uhr

Ebola in den USA

Arzt trägt das Virus nach New York

Ein junger Arzt, der in Guinea gearbeitet hatte, wurde in New York positiv auf das Virus getestet. Am John-F.-Kennedy-Flughafen durchlief der Mann die Gesundheitskontrolle, fuhr mit der U-Bahn – und ging Bowling spielen.

Pressekonferenz zum Ebola-Fall

„Infizierter Arzt in New Yorker Krankenhaus“

Pressekonferenz zum Ebola-Fall: „Infizierter Arzt in New Yorker Krankenhaus“

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New YorkEin Arzt in New York City ist positiv auf Ebola getestet worden. Der Bürgermeister der Millionenmetropole, Bill De Blasio, bestätigt den Verdacht am Abend während einer Pressekonferenz im Bellevue Hospital Center in Manhattan. Dort wurde er zur Mittagszeit eingewiesen und auf die Isolierstation gebracht. Auch seine Verlobte und zwei weitere Personen, die engen Kontakt zu dem 33-jährigen Arzt hatten, wurden unter Quarantäne gestellt.

Der mit Ebola infizierte Mann war am Donnerstag mit dem Verdacht auf das Virus in die Klinik gebracht worden. Er war jüngst für die „Ärzte ohne Grenzen“ in Guinea im Einsatz. Guinea ist neben Sierra Leone und Liberia am stärksten von der Seuche betroffen. Nach seiner Ankunft in New York hatte Spencer Kontakt zu mehreren Menschen.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Nach Angaben der Behörden hatte der Mann bei seiner Einreise am New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen eine strikte Gesundheitskontrolle durchlaufen. Bei seiner Ankunft am 17. Oktober seien bei ihm umfangreiche Maßnahmen ergriffen worden, erklärte die Gesundheitsbehörde CDC. Das verschärfte Screening sei Standard bei Reisenden, die aus einem Ebola-gefährdeten Land kämen. Der Arzt hatte sich in Guinea an der Behandlung von Ebola-Patienten beteiligt.

„Es gibt keinen Grund zur Sorge“, beteuerte De Blasio. „Wir haben ein starkes Team, und wir sind seit Monaten vorbereitet. Jetzt läuft ab, was wir so oft geübt haben.“ Ebola übertrage sich nur durch Körperflüssigkeiten: „Es genügt nicht, im selben U-Bahn-Wagen zu sein oder in der Nähe zu wohnen.“

Der Arzt, der zweimal täglich seine Körpertemperatur gemessen hat, habe sich nicht krank gefühlt und sei daher vor Donnerstagmorgen auch kein Infektionsherd gewesen, sagte New Yorks Gesundheitskommissarin Mary Travis Bassett. „Wir halten es für extrem unwahrscheinlich, die Wahrscheinlichkeit liegt fast bei null, dass es ein Problem damit gibt, dass er die U-Bahn benutzt hat.“

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo fügte auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz hinzu: „Wir hatten alle gehofft, dass dieser Tag nie kommen wird. Aber wir sind hier in New York, und Menschen aus aller Welt kommen zu uns. Diese Nachricht konnte uns nicht überraschen.“ Cuomo sagte, der Mann habe zu vier Menschen engeren Kontakt gehabt. Alle vier seien bereits ermittelt. „Wir sind so vorbereitet, wie man nur vorbereitet sein kann.“

Kommentare (11)

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Herr Ylander Ylander

24.10.2014, 08:17 Uhr

Ärzte ohne Grenzen -> Ebola ohne Grenzen.

Klngelts?

Diese Vereinigung ist ein große Gefahr für die zivilisierte Welt.

Herr Harlem Jump

24.10.2014, 08:54 Uhr

Falsch!!!

Derartige Kommentare sind die größte Gefahr für die ZIVILISIERTE Welt.

Herr Ylander Ylander

24.10.2014, 10:42 Uhr

Fakt ist, dass die Seuche in westliche Länder ausschließlich durch medizinisches Personal eingeschleppt wurde.

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