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16.02.2015

19:07 Uhr

Ebola in Westafrika

Langzeitfolgen bereiten Experten Sorgen

„Wie in einem schlechten Film“: Vor mehr als einem Jahr brach Ebola in Westafrika aus. Experten hoffen, die Epidemie bald endgültig besiegen zu können. Sorgen machen ihnen allerdings die Langzeitfolgen der Krankheit.

Immer noch Alltag in manchen Ecken Westafrikas: Medizinische Helfer bringen einen Mann, der im Verdacht steht, an Ebola zu leiden, in einen Krankenwagen in Sierra Leone. ap

Ein Ebola-Opfer mit Helfern

Immer noch Alltag in manchen Ecken Westafrikas: Medizinische Helfer bringen einen Mann, der im Verdacht steht, an Ebola zu leiden, in einen Krankenwagen in Sierra Leone.

San JoséDer Schock sitzt tief. „Wir dachten, so etwas könnte nur in einem schlechten Film passieren, nicht im wirklichen Leben“, sagt Iza Ciglenecki. „Aber es ist passiert.“ Die zierliche blonde Frau ist Projektleiterin bei der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und hat vor Ort in Westafrika das ganze Ausmaß der Ebola-Epidemie mitangesehen.

Auf einer Diskussionsrunde bei der Konferenz des weltgrößten Wissenschaftsverbands AAAS (American Association for the Advancement of Science) erzählt sie von ihren dramatischen Erlebnissen. Und wie das Behandlungszentrum der Ärzte ohne Grenzen in der liberianischen Hauptstadt Monrovia irgendwann so überfüllt war, dass Menschen auf der Straße davor starben.

Mehr als ein Jahr ist seit dem Ausbruch der Epidemie vergangenen. Insgesamt sind in den am schlimmsten betroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia seitdem nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 23 200 Menschen an Ebola erkrankt, mehr als 9300 von ihnen starben. Die drei westafrikanischen Staaten wollen die Seuche bis Mitte April besiegen.

Auf der AAAS-Konferenz im kalifornischen San Jose gab es nun eine Bestandsaufnahme: Wie konnte es zu dieser Epidemie kommen? Welche Zeichen wurden übersehen? Was kann man es künftig besser machen?

Bei einem sind sie sich alle einig: „Das war die bei weitem größte und schwierigste Ebola-Epidemie, die wir je beobachtet haben“, sagt der stellvertretende WHO-Generalsekretär Keiji Fukuda. Die betroffenen Länder waren geschwächt von jahrzehntelangen Konflikten und nicht angemessen vorbereitet.

Der Ausbruch blieb mehrere Monate unentdeckt. Unter anderem aufgrund der lokalen Begräbniskultur, bei der viele Menschen in Kontakt mit der Leiche kommen, und weil viele Menschen die Grenzen zwischen den betroffenen Ländern ständig überqueren, konnte sich die Krankheit rasch ausbreiten. Als sie einmal da war, kam eine extrem hohe Furcht auf allen Seiten dazu.

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