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15.10.2015

13:14 Uhr

Ebola

Killer-Virus mit Rückfallpotenzial

Für manche Ebola-Opfer ist der Albtraum auch nach einer vermeintlichen Heilung nicht vorbei. Eine neue Studie belegt, dass der Erreger in Körperregionen überdauern kann, die vom Immunsystem nur schwer zu erreichen sind.

Auch wenn das Virus nicht mehr im Blut nachzuweisen ist, kann es sich noch im Körper verstecken. ap

Ebola-Virus

Auch wenn das Virus nicht mehr im Blut nachzuweisen ist, kann es sich noch im Körper verstecken.

BerlinDas Ebola-Virus kann einer neuen Studie zufolge deutlich länger in Sperma überleben als bislang bekannt. Laut der im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Untersuchung kann das Virus bis zu neun Monate im männlichen Samen überleben.

„Diese Ergebnisse kommen in einem entscheidenden Moment“, so der Verantwortliche der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den Kampf gegen Ebola, Bruce Aylward. „Sie erinnern uns daran, dass, obgleich die Ebola-Fälle zurückgehen, die Überlebenden und ihre Familien weiter mit den Auswirkungen der Krankheit zu kämpfen haben.“

Im März hatten Forscher den Fall einer liberianischen Frau beschrieben, die sich durch Sex mit einem Ebola-Überlebenden ansteckte. Der Mann war sechs Monate zuvor positiv auf Ebola getestet worden. Bis dahin war die längste bekannte Überlebensdauer des Ebola-Virus in Sperma 82 Tage gewesen.

An der nun veröffentlichten Studie nahmen 93 Männer aus Sierra Leone teil, das neben den Nachbarländern Guinea und Liberia am stärksten von der Ende 2013 begonnenen Ebola-Epidemie mit rund 11.300 Toten betroffen war. Die Teilnehmer der Studie wurden zwischen zwei und zehn Monate nach ihrer Erkrankung getestet.

Die Männer, die in den ersten drei Monaten nach ihrer Erkrankung getestet wurden, hatten ohne Ausnahme noch das Ebola-Virus im Sperma. Von den Männern, die vier bis sechs Monate nach der Diagnose getestet wurden, waren noch 65 Prozent positiv. Und immer noch 26 Prozent der Männer, die zwischen sieben und neun Monate nach der Erkrankung getestet wurden, hatten noch das Virus im Sperma. Ob die nachgewiesenen Virus-Spuren auch nach einer derart langen Zeit noch eine Ansteckungsgefahr für die Partner bedeuten, können die Forscher nicht sagen.

Bislang gilt ein Ebola-Patient als geheilt, wenn das Virus nicht mehr im Blut nachgewiesen wird. Laut Daniel Bausch, Virologe bei der WHO in Genf, kann das Virus auch nach einer Heilung in bestimmten Teilen des Organismus noch überdauern, weil das Immunsystem länger brauche, „um diese Stellen zu reinigen“. Dazu zählten die Hoden, das Rückenmark und der Augapfel.

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