Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.09.2014

08:39 Uhr

Ebola

Liberia sieht nationale Existenz bedroht

Ebola ist seit seiner Verbreitung nicht mehr nur ein gesundheitliches Problem. Die Staaten im Westen Afrikas plagen nun auch politische Sorgen. Liberias Verteidigungsminister sieht gar die Existenz des Staates bedroht.

Wandgemälde in der liberianischen Hauptstadt Monrovia: Das Ebola-Virus wird zur politischen Plage. dpa

Wandgemälde in der liberianischen Hauptstadt Monrovia: Das Ebola-Virus wird zur politischen Plage.

New YorkDer Ausbruch der tödlichen Seuche Ebola bedroht nach Aussage des liberianischen Verteidigungsministers die Existenz seines Staates. Das Gesundheitssystem des Landes sei bereits überlastet, sagte Verteidigungsminister Brownie Samukai am Dienstag (Ortszeit) vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

„Das tödliche Ebola-Virus hat die normale Funktionsfähigkeit unseres Staates beeinträchtigt“, zitierte die BBC den Minister. Seinem Land mangele es an der Infrastruktur, den logistischen Kapazitäten, dem Fachwissen und dem nötigen Geld, um die Krankheit effektiv zu bekämpfen.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Die Zahl der von der Weltgesundheitsorganisation WHO registrierten Ebola-Toten in Westafrika hat sich in nur drei Wochen auf 2296 mehr als verdoppelt. Am stärksten betroffen sind nach den WHO-Daten vom 6. September Liberia, Guinea und Sierra Leone. Weitere Patienten gebe es in Nigeria und im Senegal. Besonders schlimm ist die Lage in Liberia, das mit 2046 knapp die Hälfte der gemeldeten Infizierten verzeichnet.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×