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02.02.2015

20:00 Uhr

Ebola-Patient in Berlin

Ebola-Verdacht soll doch Malaria sein

Alarmstufe rot hieß es in der Berliner Charité: Ein Mann mit Verdacht auf Ebola kam am Montag auf die Isolierstation des Krankenhauses. Der Patient hielt sich zuvor in Afrika auf. Nun soll es doch Malaria sein.

Schutz vor Ebola-Viren: Mitarbeiter der Isolierstation der Berliner Charité. Reuters

Ebola in Berlin

Schutz vor Ebola-Viren: Mitarbeiter der Isolierstation der Berliner Charité.

BerlinDie Berliner Charité hat nach der Einlieferung eines Patienten mit Ebola-Verdacht eine vorläufige Entwarnung gegeben. Die Charité-Experten gingen nicht davon aus, dass es sich beim Patienten um einen Ebola-Verdachtsfall handele, „sondern dass die betroffene Person vielmehr an Malaria erkrankt ist“, teilte die Charité am Montagabend mit. „Dies unterstützt ein positiver Malaria-Schnelltest.“

Zum formalen Ausschluss einer Ebola-Erkrankung werde nun zusätzlich noch eine Blutanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse in der Nacht auf Dienstag vorliegen sollten. Zuvor war der aus Afrika zurückgekehrte Mann auf die Sonderisolierstation der Charité-Klinik verlegt worden. „Aufgrund der Tatsache, dass dieser Mann in Afrika war und grippeähnliche Symptome zeigt, ist eine Ebola-Erkrankung nicht auszuschließen“, begründete eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales die Entscheidung des Amtsarztes.

Der Patient meldete sich zunächst am Mittag im Kreuzberger Urban-Krankenhaus, wo die Ärzte wegen des Verdachts auf Ebola den Amtsarzt alarmierten. Zudem isolierten die Mediziner den Mann nach Angaben einer Krankenhaussprecherin umgehend und sperrten mehrere Räume in dem Krankenhaus ab. Ebola ist eine hochgefährliche Krankheit, die in vielen Fällen tödlich ist. Bislang gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen Ebola.

Wie sich Ebola verbreitet

Wann ist Ebola ansteckend?

Nur dann, wenn jemand bereits Symptome zeigt. Diese können allerdings unspezifisch sein. Die Krankheit kann mit Fieber, grippeähnlichen Schmerzen und Unterleibsschmerzen beginnen, später können Erbrechen und Durchfall folgen.

Wie breitet sich Ebola aus?

Durch Körperflüssigkeiten einer infizierten Person. Dazu zählen Blut, Schweiß, Erbrochenes, Urin, Kot, Speichel und Sperma. Diese Flüssigkeiten müssen bei einem anderen Menschen einen Eingangspunkt finden, sie können durch einen Schnitt oder Kratzer eindringen. Das Virus kann zudem weitergereicht werden, wenn jemand mit kontaminierten Händen die Nase, den Mund oder die Augen eines anderen berührt. Oder jemand wird mit den kontaminierten Flüssigkeiten angespritzt. Darum tragen Gesundheitsmitarbeiter Schutzhandschuhe und andere Schutzausrüstung.

Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, Blut, Stuhl und Erbrochenes seien die am stärksten ansteckenden Flüssigkeiten. In Speichel sei der Virus nur bei schwer erkrankten Menschen entdeckt worden, aus Schweiß sei er noch nicht entnommen worden.

Was passiert bei zufälligem Kontakt mit einem Infizierten?

Ebola wird nicht durch die Luft übertragen. Der Direktor der US-Seuchenbehörde (CDC), Tom Frieden, sagte, Menschen steckten sich nicht an, wenn sie beispielsweise nur in einem Bus neben einem Ebola-Patienten sitzen. „Es ist nicht wie bei der Grippe. Es ist nicht wie bei Masern, nicht wie bei der gewöhnlichen Erkältung. Es breitet sich nicht so aus“, sagte er.

Können Hunde das Virus übertragen?

Das weiß man noch nicht genau. Die Behörden schläferten den Hund der spanischen Krankenschwester ein, bei der Ebola diagnostiziert worden war. Es ist aber kein Fall dokumentiert, in dem jemals Ebola von einem Hund auf einen Menschen übertragen wurde. Aber es gibt eine Studie, nach der es möglich sein soll, dass Hunde Ebola bekommen können - ohne Symptome zu zeigen.

Wie wird vorgegangen, wenn ein Ebola-Verdacht besteht?

Die Krankenhäuser, die einen Verdachtsfall haben, informieren ihr Gesundheitsministerium oder die Seuchenbehörde. Dann wird eine Checkliste durchgegangen, um festzustellen, wie hoch das Risiko ist. So wird unter anderem gefragt, ob die Person von einem riskanten Kontakt mit einem bekannten Ebola-Patienten berichtet hat, wie krank sie ist und ob eine andere Diagnose wahrscheinlicher ist.

Der ins Urban-Krankenhaus gerufene Amtsarzt veranlasste nach Angaben der Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, den Patienten in einem speziellen Notarztwagen auf die Isolierstation der Charité zu verlegen und dort von Spezialisten untersuchen zu lassen.

Die Diagnose von Ebola ist in der Frühphase einer Erkrankung schwierig. Die Symptome sind sehr unspezifisch und gleichen denen vieler Krankheiten, etwa Kopfschmerzen, Fieber oder Erbrechen. Das Virchow-Klinikum der Charité ist auf die Behandlung von hochansteckenden Infektionskrankheiten spezialisiert.

Die dortige Spezialabteilung ist nur über Luft- und Dekontaminationsschleusen zu erreichen. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben seit dem Ausbruch der tödlichen Ebola-Seuche in Afrika vor rund einem Jahr fast 9000 Menschen - nahezu alle Todesopfer gab es in den drei westafrikanischen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone.

In Berlin hatte es mehrfach Verdachtsfälle gegeben. Vor zwei Wochen war ein südkoreanischer Helfer aus der Charité entlassen worden, nachdem sich ein Ebola-Verdacht als unbegründet erwiesen hatte. Innerhalb der Inkubationszeit

Von

afp

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