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10.10.2014

07:40 Uhr

Ebola

Piloten müssen zum Putzlappen greifen

Die Ebola-Epidemie hat weitere Folgen in Europa: In Mazedonien stirbt ein Mann, zahlreiche Menschen werden unter Quarantäne gestellt. An einem Flughafen in den USA sorgt ein Streik von Reinigungskräften für Aufsehen.

In Mazedonien

Brite mit Ebola-Symptomen gestorben

In Mazedonien: Brite mit Ebola-Symptomen gestorben

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Madrid/New YorkWegen der Gefährdung durch die Ebola-Seuche sind in der spanischen Hauptstadt Madrid sieben weitere Menschen unter Quarantäne gestellt worden, so dass sich deren Zahl in der Nacht zum Freitag auf 14 erhöht hat. Die neuesten Vorsorge-Maßnahmen stehen alle im Zusammenhang mit dem Fall einer 44-jährigen Krankenpflegerin, die selbst in Lebensgefahr schwebt, wie die Klinik Carlos III. mitteilte.

Bevor bei ihr die Ebola-Erkrankung festgestellt wurde, hatte sie mehrere Tage lang Kontakt zu anderen Menschen ohne sonderliche Schutzmaßnahmen.

Die Klinik stellte klar, dass ausschließlich bei der Krankenpflegerin eine Erkrankung festgestellt worden sei. Alle anderen Quarantäne-Fälle seien als Vorsorgemaßnahmen zu verstehen. Dazu zählen auch zwei Friseurinnen und ein Hausmeister. Wie die Regionalregierung von Madrid am Donnerstag mitteilte, verschlechterte sich der Gesundheitszustand der Infizierten zuletzt dramatisch.

Die Krankenpflegerin ist der erste Mensch, der sich in Europa mit dem Virus infiziert hat. Sie arbeitete in der Klinik Carlos III., in der im August und September zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola starben. Mit der gefährlichen Seuche infizierte sie sich ersten Erkenntnissen zufolge offenbar, weil sie beim Ablegen ihrer Schutzkleidung ihr Gesicht unbeabsichtigt mit einem womöglich infizierten Arbeitshandschuh berührte.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Unterdessen hat die Ebola-Seuche weitere Auswirkungen in den USA: Am New Yorker Flughafen La Guardia haben sich rund 200 Reinigungskräfte aus Furcht vor Ebola geweigert, die Flugzeugkabinen zu putzen. Sie hätten keinen ausreichenden Schutz, wenn sie Erbrochenes wegräumen oder die Bordtoiletten säubern müssten, erklärten Beschäftigte der Firma Air Serv in einer von der Dienstleistungsgewerkschaft SEIU verbreiteten Stellungnahme.

So hätten sie zum Beispiel keine Handschuhe, die dick genug seien und nicht rissen. Die Air-Serv-Beschäftigten traten für einen Tag in den Ausstand. Die Flugzeugbesatzungen mussten die Maschinen selbst reinigen.

Kommentare (1)

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Herr Peter Hubich

10.10.2014, 09:54 Uhr

kann ich vrstehen. Weshalb sollen sich auch die am schlechtest bezahlten Angestellten dem größten Risiko aussetzen?

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