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18.11.2014

13:51 Uhr

Ebola-Virus

Forscher entschlüsseln Schwachstellen des Erregers

Das Medikament ZMapp gilt als mögliche Waffe im Kampf gegen das Ebola-Virus. Jetzt haben Forscher entschlüsselt, an welchen Schwachstellen des Virus ZMapp ansetzt. Das nährt die Hoffnung auf eine wirksame Therapie.

US-Forscher haben Schwachstellen des Ebola-Virus aufgedeckt. dpa

US-Forscher haben Schwachstellen des Ebola-Virus aufgedeckt.

WashingtonMithilfe von 3D-Bildern haben Wissenschaftler in den USA die möglichen Schwachstellen des Ebola-Virus entdeckt. Die Studie, die am Montag vom US-Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht wurde, liefert nach Angaben der Autoren Erkenntnisse darüber, an welchen Stellen des Ebola-Virus das Medikament ZMapp wirkt.

Der Antikörper-Cocktail ist ein experimentelles Medikament. Bevor es kommerziell genutzt werden kann, bedarf es weiterer Forschung. Mangels Alternativen wurde ZMapp aber bereits bei mehreren Ebola-Patienten eingesetzt.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Die 3D-Bilder zeigten exakt, auf welche Stellen des Virus Antikörper oder andere Medikamente zielen müssten, erläuterte die Biologin Erica Ollmann Saphire vom Scripps-Institut in Kalifornien die Ergebnisse. „Jetzt, da wir wissen, wie ZMapp Ebola angreift, können wir schauen, wie andere experimentelle antivirale Medikamente sich verhalten und versuchen, effizientere Cocktails zu mischen.“

Mehrere Ebola-Patienten, die mit ZMApp behandelt wurden, überlebten die Krankheit. Noch ist aber unklar, welche Rolle das Medikament bei der Heilung gespielt hat. Wie die Autoren der Studie erläutern, hindert ZMapp das Virus am Eintreten in die Zellen und warnt das Immunsystem vor dem Erreger, indem es eine antivirale Reaktion auslöst.

Die Stellen, an denen ZMapp wirkt, sind laut der Studie nicht von den genetischen Veränderungen betroffen, welche das Ebola-Virus im Verlauf der aktuellen Epidemie durchlaufen hat. Laut einer im August im Fachmagazin „Science“ veröffentlichten Untersuchung waren es mehr als 300 Mutationen.

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