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28.08.2014

13:25 Uhr

Einschätzung der WHO

Mehr als 20.000 Ebola-Fälle befürchtet

Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet einen rasanten Anstieg der Ebola-Erkrankungen in Westafrika – auf mehr als 20.000 Fälle. Fast die Hälfte der Fälle sei in den vergangenen drei Wochen erfasst worden.

Helfer sind im Einsatz gegen das tödliche Virus. Der Ebola-Ausbruch war im März bekannt geworden. dpa

Helfer sind im Einsatz gegen das tödliche Virus. Der Ebola-Ausbruch war im März bekannt geworden.

Genf/LagosDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) fürchtet, dass die Zahl der Ebola-Erkrankungen in Westafrika rasant steigen könnte. Bei der Ankündigung neuer Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit teilte die WHO am Donnerstag in Genf mit, bis eine Eindämmung gelungen sei, könne die Zahl der Infektionen auf mehr als 20.000 steigen. Nach WHO-Angaben infizierten sich seit Jahresbeginn mehr als 3000 Menschen mit dem Virus, mehr als 1500 der Infizierten in Guinea, Liberia Sierra Leone und Nigeria starben.

Mehr als 40 Prozent der Erkrankungen seien in den vergangenen drei Wochen erfasst worden. Der Ausbruch wurde im März bekannt.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Die Sterblichkeit in Westafrika liegt demnach im Mittel bei 52 Prozent. Sie reicht von 42 Prozent in Sierra Leone bis zu 66 Prozent in Guinea. Den Statistiken zufolge forderte die derzeitige Epidemie bislang ähnliche viele Opfer wie alle früheren Ebola-Ausbrüche zusammen. Laut WHO waren vor dem aktuellen Ausbruch insgesamt 2387 Ebola-Erkrankungen erfasst, 1590 Infizierte starben.

Der nigerianische Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu bestätigte am Donnerstag das erste Ebola-Todesopfer außerhalb der Metropole Lagos. Der Arzt war am 22. August in dem Öl-Handelsplatz Port Harcourt im Rivers State gestorben. „Nachdem seine Witwe den Tod gemeldet hatte, haben wir den Fall gründlich untersucht und die Laboranalyse zeigt, dass der Arzt an der Ebola-Viruserkrankung starb“, sagte der Minister. Der Arzt hatte ein Ebola-Opfer behandelt.

Unterdessen wird ein Ebola-Patient aus dem Senegal derzeit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) behandelt. Er landete am Mittwochvormittag mit einem Spezialjet in der Hansestadt.

Infizierter WHO-Mitarbeiter

Ebola-Behandlung: Hamburger Ärzte zuversichtlich

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