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09.05.2014

09:50 Uhr

Eisbären

Fit trotz Fett

Eisbären lieben Robben-Speck – die fettreiche Nahrung hilft ihnen, sich vor der arktischen Kälte zu schützen. Entsprechend hoch ist ihr Cholesterinspiegel, doch den Tieren macht das wenig aus. Forscher wissen nun, warum.

Eisbären sind perfekt an das Leben in der Arktis angepasst. dpa

Eisbären sind perfekt an das Leben in der Arktis angepasst.

Berkeley/ShenzhenEisbären bestehen zu 50 Prozent aus Fett und kommen dank ihrer Gene gut mit ihrem extrem hohen Cholesterinspiegel klar. Dieser würde beim Menschen schnell zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Doch Eisbären haben eine besondere genetische Ausstattung, seit sie sich in der Evolution vom Braunbären abgespalten haben, berichtet ein internationales Forscherteam um Rasmus Nielsen von der Universität von Kalifornien im Fachjournal „Cell“.

Nach der Abspaltung seiner Ahnenreihe von der des Braunbären vor weniger als 500.000 Jahren habe sich das Erbgut des Eisbären schnell an eine fettreiche Ernährung angepasst, schreiben die Forscher. Das Team sequenzierte und analysierte das Erbgut von 79 grönländischen Eisbären und 10 Braunbären aus Skandinavien, Kanada und Alaska.

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Lange galt der Eisbär als Meister der Anpassung, der sich unfassbar schnell auf seinen eisigen Lebensraum einstellte. Ein Mythos, wie Forscher jetzt nachgewiesen haben.

Dabei stellte es fest, dass Eisbären und Braunbären erst deutlich später getrennte Wege gingen als bisher angenommen, nämlich vor 343.000 bis 479.000 Jahren. Bisher war die Verzweigung der beiden Abstammungslinien auf die Zeit 600.000 bis fünf Millionen Jahre geschätzt worden. „Es ist wirklich überraschend, dass der Zeitraum seit der Abzweigung so kurz ist“, sagte Nielsen.

Rückweg abgeschnitten

Womöglich hätten sich Braunbären während einer wärmeren Periode zwischen zwei Eiszeiten weit in den Norden gewagt, so die Forscher. Als es wieder kälter wurde, könnte ihnen der Rückweg durch Wasser abgeschnitten worden sein, und sie hätten sich an die schwierigen Bedingungen der Arktis anpassen müssen.

Wesentliche genetische Unterschiede zwischen Braunbären und Eisbären betreffen das Herz-Kreislauf-System und den Fettstoffwechsel. Besonders viele Veränderungen habe es bei dem Gen APOB gegeben, so die Forscher. Es spielt eine wichtige Rolle bei dem Vorgang, Cholesterin aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren und damit Herz-Kreislauf-Risiken zu reduzieren.

Einen Großteil ihrer Energie beziehen Eisbären aus dem Fleisch und Speck von Robben. „Das Leben des Eisbären dreht sich um Fett“, sagte Ko-Autorin Eline Lorenzen von der Universität von Kalifornien. Das gelte nicht nur für ihren Energiehaushalt. „Eisbären leben in der Polarwüste und haben die meiste Zeit des Jahres keinen Zugang zu frischem Wasser. Deshalb sind sie auf Stoffwechselwasser angewiesen, das ein Nebenprodukt der Fettaufspaltung ist.“

Von

dpa

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