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21.02.2012

09:51 Uhr

Eiszeitliche Blütenpracht

Forscher lassen 30.000 Jahre alte Blumen blühen

Mehr als 30.000 Jahre ruhten die Pflanzen im Boden Sibiriens – jetzt haben Forscher die Blumen aus der Eiszeit erblühen lassen. Und im Eisboden lagert noch mehr Leben, das vor Jahrtausenden von der Erde verschwand.

Blütengruß aus der Eiszeit: Die 30.000 Jahre alten Pflanzen entwickelten sich normal. PNAS

Blütengruß aus der Eiszeit: Die 30.000 Jahre alten Pflanzen entwickelten sich normal.

DüsseldorfEigentlich sollten die Pflanzen Erdhörnchen als Wintervorrat dienen. Doch die Nager ließen ihren vor mehr als 30.000 Jahren in der Erde Sibiriens eingelagerten Vorrat unangetastet. Ein Glücksfall für die Forscher um Svetlana Yashina von der Russischen Akademie der Wissenschaften: Ihnen gelang es jetzt, das eiszeitliche Pflanzenmaterial zum Blüten zu bringen.  

Die Pflanzenteile stammen aus unterirdischen Höhlen, die vor etwa 31.000 Jahren von Erdhörnchen gegraben wurden. Sie liegen heute rund 38 Meter unter der Oberfläche des sibirischen Permafrostbodens und tauten während der gesamten Zeit nie auf.

Aus den verschiedenen in den Höhlen gefundenen Pflanzen wählten die Forscher die Art Silene stenophylla aus, die zur Gattung der Leimkräuter gehört. Sie entnahmen aus noch unreifen Früchten der Pflanze embryonales Gewebe und entwickelten daraus zunächst im Labor kleine Setzlinge. Diese pflanzten sie ein. Zum Vergleich züchteten sie auch aus den Samen von heute lebenden Pflanzen der gleichen Art Nachkommen.

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Bislang dachten viele Forscher, das Leben habe sich im Meerwasser entwickelt. Eine aktuelle Untersuchung lässt jetzt jedoch vermuten, dass die Brutstätte der ersten Zellen ein urzeitlicher Tümpel auf dem Land war.

Die Pflanzen entwickelten sich normal. Vor der Blüte ließen sich die alten und die heutigen Pflanzen äußerlich nicht unterscheiden. Die Blütenblätter der heutigen Pflanzen sind jedoch breiter und stärker gefurcht. Außerdem sind die heutigen Blüten einer Pflanze alle zweigeschlechtlich. Die alten Pflanzen hingegen bildeten zunächst rein weibliche Blüten und erst danach zweigeschlechtliche.

Schließlich bestäubten die Forscher die Blüten. Nach acht bis neun Wochen bildeten sich Samen, aus denen sich wiederum neue Pflanzen entwickelten.

Der Erfolg ihres Versuchs unterstreiche, wie bedeutend Permafrostböden als Lagerstätte für Leben seien, das längst von der Erde verschwunden geglaubt schien, schreiben die Biologen in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. Die weitere Untersuchung von Permafrostböden sei notwendig, um den Genpool vergangener Zeiten zu entdecken.

Ab einer gewissen Tiefe sind diese oft mehrere hundert Meter dicken Bodenschichten dauerhaft gefroren – und zwar seit Jahrtausenden. Eingeschlossen im Boden finden sich noch heute Überreste längst vergangener Zeiten – von mikroskopisch kleinen Bakterien über Pollen, Sporen, ganze Pflanzen oder Insekten bis hin zu riesigen Tieren wie zum Beispiel den Mammuts.

Kommentare (7)

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audit

21.02.2012, 10:43 Uhr

Das alles bedeutet also, dass vor dem Eis dort Blumen wachsen konnten. Und ich dachte, wir haben jetzt eine Klima Katastrophe.



User3

21.02.2012, 11:54 Uhr

Man muss präzise unterscheiden zwischen anthropogenen und geographischen Ursachen. Die Sahara war einst eine blühende Landschaft mit unendlich viel Artenreichtum, auf den Alpen finden sich Versteinerungen von Meerestieren. Dafür sind einzig und alleine die Kontinentalplattenverschiebenungen weltweit verantwortlich. Temeperaturschwankungszyklen gibt es natürlich nach wie vor, wann war die letzte Eiszeit??? Das heutige Klima hat leider zunehmend anthropogene Ursachen...Das ist unabstreitbar.

User4

21.02.2012, 12:55 Uhr

--@ User3

stimmt, du Knalltüte, darum erwärmt sich auch gerade das gesamte Sonnensystem.

Lern erst mal die Zusammenhänge zu erkennen, bevor du dich hinter Fremdwörter versteckst.

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