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25.05.2017

10:24 Uhr

Electron-Rakete

Neuseeland greift nach den Sternen

Neuseelands erste Rakete ist gestartet: Mit einem eigenen Raumfahrtprogramm will das Land eine Marktnische besetzen. Die leichte Einwegrakete „Electron“ soll zum Erfolgsmodell werden – trotz eines Fehlschlags zum Start.

Das Raumfahrtunternehmen Rocket Lab hatte vergangene Woche die offizielle Genehmigung erhalten, von der abgelegenen Halbinsel Mahia aus drei Teststarts durchzuführen. AP

Electron-Rakete beim Start

Das Raumfahrtunternehmen Rocket Lab hatte vergangene Woche die offizielle Genehmigung erhalten, von der abgelegenen Halbinsel Mahia aus drei Teststarts durchzuführen.

WellingtonDas private Raumfahrtunternehmen Rocket Lab hat erstmals von Neuseeland aus eine Rakete ins All geschossen. Die „Electron“-Rakete habe aber nicht wie erhofft den Erdorbit erreicht, teilte das Unternehmen mit. Peter Beck, der neuseeländische Gründer des in Kalifornien ansässigen Raumfahrtunternehmens, erklärte, er und sein Team würden die erhaltenen Daten genau analysieren und für den zweiten Test Anpassungen vornehmen. Er sei dennoch sehr zufrieden.

Rocket Lab hatte vergangene Woche die offizielle Genehmigung erhalten, von der abgelegenen neuseeländischen Halbinsel Mahia aus drei Teststarts durchzuführen. Daraus soll nach dem Willen Becks ein kommerzielles Raumfahrtprogramm werden, das jede Woche eine Rakete ins All schickt.

„Bisher sind nur Supermächte ins Weltall geflogen“, sagte der neuseeländische Minister für Wirtschaftsförderung, Simon Bridges. „Dass wir es tun und damit zu wenigen Ländern weltweit gehören, ist ziemlich beeindruckend.“

Neuseeland

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Rocket Lab sieht einen Wachstumsmarkt im Transport von Kleinteilen, einige davon nicht viel größer als ein Smartphone, in die Erdumlaufbahn. Die Satelliten würden beispielsweise Beobachtungszwecken oder der Bereitstellung von Internetdiensten dienen. Durch den Einsatz von leichten Einwegraketen mit Motoren aus 3D-Druckern will Rocket Lab seine Kosten gering halten.

Damit unterscheidet sich die Strategie etwa von der von SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen des Investors Elon Musk. Dieses setzt größere Raketen ein, um eine höhere Nutzlast transportieren zu können.

Das Projekt hat Neuseeland in Aufregung versetzt: In aller Eile verabschiedete die Regierung neue Raumfahrtgesetze und stampfte eine neue Raumfahrtbehörde mit zehn Mitarbeitern aus dem Boden. Ein Erfolg von Rocket Lab könne zu einem Imagewandel für ganz Neuseeland führen, sagt Minister Bridges – von dem eines aus Farmen und schönen Landschaften bestehenden Landes hin zu einer aufstrebenden Technologie-Nation.

Die Raumfahrtindustrie könne rasch Hunderte Millionen Dollar jährlich ins Land bringen und traditionellen einheimischen Branchen wie dem Weinbau und der Kiwizucht Konkurrenz machen, erklärt Bridges. Und in der Zulieferindustrie könnten viele hochbezahlte Jobs entstehen.

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