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24.01.2005

19:20 Uhr

Forschung + Medizin

Embryonale Stammzellkulturen „möglicherweise unbrauchbar“

Fast alle embryonalen Stammzellkulturen sind nach Meinung eines US-Teams möglicherweise für medizinische Zwecke unbrauchbar, weil sie Substanzen von Tieren enthalten. „Wir haben ein ernstes Problem entdeckt.“

Stammzellkulturen

Sind embryonalen Stammzellkulturen brauchbar? Stammzellen-Analyse im Archivbild.

dpa NEW YORK. Fast alle embryonalen Stammzellkulturen sind nach Meinung eines US-Teams möglicherweise für medizinische Zwecke unbrauchbar, weil sie Substanzen von Tieren enthalten. „Wir haben ein ernstes Problem entdeckt.“

Das berichtete der Zellbiologe Ajit Varki von der Universität von Kalifornien in San Diego am Montag in einer Online- Vorabveröffentlichung des Fachjournals „Nature Medicine“ (DOI: 10.1 038/nm1181). Menschlichen embryonale Stammzellen wollen Forscher für Therapien gegen Leiden wie die Alzheimer Krankheit nutzen.

Laut Varki sind die meisten Stammzellkulturen mit Molekülen aus dem von Tieren gewonnenen Serum verunreinigt, in dem die Stammzellen üblicherweise kultiviert werden. Diese fremden Moleküle werden der Studie zufolge von den menschlichen Stammzellen aufgenommen. Wenn diese Zellen oder das aus ihnen gezüchtete Gewebe später in einen Menschen verpflanzt werden, würden sie eine Abwehrreaktion von des Immunsystems hervorrufen, warnen Varki und Kollegen.

Um das Problem zu umgehen, sind dem US-Team zufolge wohl frische Stammzelllinien nötig, die nie mit Tierserum in Berührung gekommen sind und mit menschlichem Serum kultiviert werden.

Der Leiter der Stammzellenforschung am amerikanischen Gesundheitsforschungsinstitut (NIH) bei Washington, James Battey, stimmt zu, dass die gegenwärtig benutzten Kulturen wenig Wert für die klinische Anwendung beim Menschen haben. Zur Forschung und zur Entwicklung neuer Kultivierungsmethoden, die ohne tierisches Serum auskommen, seien sie jedoch nützlich. Schwedische Forscher hätten bereits Stammzellen gezüchtet, die nie mit tierischen Molekülen Kontakt hatten, hielten diese jedoch unter Verschluss, berichten Varki und Kollegen.

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