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21.07.2011

15:06 Uhr

Ende der Shuttle-Ära

Astronauten im Wartestand

Mit dem Ende der Shuttle-Flüge beginnt für den Astronauten-Nachwuchs der Nasa eine lange Durststrecke. Künftig könnte der Beruf des Nasa-Raumfahrers vor allem eines bedeuten: Schreibtischarbeit.

Außeneinsätze im All wird es für Nasa-Astronauten zwar auch künftig noch geben - aber deutlich seltener als bisher. Quelle: dpa

Außeneinsätze im All wird es für Nasa-Astronauten zwar auch künftig noch geben - aber deutlich seltener als bisher.

Cape CanaveralAus der Traum: Mit dem Ende der Spaceshuttle-Ära beginnt für den Astronauten-Nachwuchs der Nasa eine lange Durststrecke. Denn nachdem die Raumfähren eingemottet sind, wird es für die jüngeren Raumfahrer schwer, in absehbarer Zeit ein Ticket ins All lösen zu können.

Künftig werden die USA ihre Astronauten mit den wesentlich kleineren russischen Sojus-Kapseln zur Internationalen Raumstation ISS schicken. Neben dem Piloten und einem Kosmonauten steht darin nur ein Platz zum Anmieten zur Verfügung. Frühestens 2015 wird eine neue US-Raumfähre einsatzbereit sein, an der die Nasa derzeit in Zusammenarbeit mit einer privaten Firma arbeitet.

Die einst beeindruckende Riege von Nasa-Astronauten ist ohnehin längst nur noch ein Schatten ihrer selbst. Von fast 150 Astronauten vor zehn Jahren sind heute gerade noch 60 im Dienste der US-Raumfahrtbehörde. Zwar wird auf der Internationalen Raumstation (ISS) auch in Zukunft Personal benötigt. Da für das Shuttle-Programm aber kein Ersatz in Sicht ist, suchen viele der einstigen Weltraumfahrer nach neuen Wegen.

Wie Steven Lindsey, der Kommandant der Discovery-Mission im März. In der vergangenen Woche hatte er bei der Nasa seinen letzten Arbeitstag, künftig steht er bei einem kommerziellen Raumfahrtunternehmen unter Vertrag. Mark Kelly, der Kapitän des letzten Endeavour-Flugs im Mai, geht in wenigen Monaten in Rente und will gemeinsam mit seiner Frau, der bei einem Attentat schwer verletzten Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords, seine Memoiren schreiben.

Der Atlantis-Kommandant Christopher Ferguson versicherte vom Weltall aus, dass er auch nach seiner Rückkehr zur Erde der Nasa treu bleiben wolle. Mindestens eines der drei übrigen Mitglieder der Atlantis-Crew ist sich da aber noch nicht so sicher. Ihre Kindheit habe sie damit verbracht, vom „Astronautsein“ zu träumen, sagt Sandra Magnus, die dieses Ziel im Jahr 1996 erreichte. Wenn sie mit der Atlantis gelandet sei, werde sie schauen, was das nächste Kapitel für sie bereithalte.

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