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06.07.2011

11:21 Uhr

Ende der Spaceshuttle-Ära

Vier auf historischer Mission

Vier US-Astronauten werden am Freitag Geschichte schreiben: Ihr Flug mit der Raumfähre Atlantis ist die letzte Reise eines Nasa-Spaceshuttles ins All. Nach 30 Jahren geht eine Ära zu Ende.

Die Crew für die letzte Reise eines US-Spaceshuttles: Sandy Magus, Doug Hurley, Rex Walheim und Kommandant Chris Ferguson (von links). Quelle: dapd

Die Crew für die letzte Reise eines US-Spaceshuttles: Sandy Magus, Doug Hurley, Rex Walheim und Kommandant Chris Ferguson (von links).

Für die US-Raumfahrt geht diese Woche nach 30 Jahren eine Ära zu Ende. Die Raumfähre Atlantis startet am Freitag zum 135. und letzten Flug eines Spaceshuttles. Die Astronauten an Bord – drei Männer und eine Frau – waren noch Schüler oder Studenten, als 1981 die erste Raumfähre abhob. Nach ihrem Flug wird es Jahre dauern, bis die USA wieder ein eigenes Raumschiff ins All schicken.

Die letzten Vier – Kommandant Christopher Ferguson, Ko-Pilot Douglas Hurley sowie die Missions-Spezialisten Rex Walheim und Sandra Magnus – sind stolz auf ihre Rolle. „Es ist uns eine Ehre“, sagt Ferguson. „Es gibt viele, die an unserer Stelle sein könnten.“ Die kleine Crew der letzten Mission, eines Versorgungsflugs zur Internationalen Raumstation ISS, stellte die Nasa bewusst aus erfahrenen Raumfahrern zusammen: Die Besatzungsmitglieder haben insgesamt bereits sieben Shuttle-Flüge absolviert.

Es ist eine bunte Truppe, alle in den Vierzigern. Ferguson spielt Schlagzeug in einer Astronauten-Rockband. Hurley begeistert sich für die Tourenwagenrennen der NASCAR-Serie. Walheim war früher Flight Controller am Boden; seine Frau ist Grafikdesignerin und entwirft die Logos für jeden seiner Flüge. Magnus ist im Wortsinne eine überirdische Köchin: Auf der Raumstation schüttelte sie aus Bordmitteln Weihnachtsplätzchen und Dips aus dem Ärmel.

Ursprünglich war die Gruppe als Rettungsteam gedacht: Falls die Raumfähre Endeavour bei ihrem Abschiedsflug im Mai ernsthaft beschädigt worden wäre, hätte die Atlantis zur Raumstation fliegen und die Endeavour-Crew zur Erde zurückholen können. Ginge alles glatt, so die Überlegung seinerzeit, würde Fergusons Mannschaft eben nicht fliegen und die Atlantis wie die anderen Raumfähren gleich ins Museum wandern.

Doch Anfang des Jahres entschloss sich die Nasa zu einem weiteren, letzten Flug: Da die Atlantis ohnehin für den eventuellen Rettungseinsatz startbereit gemacht werden musste, könnte sie auch gleich noch einen Jahresvorrat an Lebensmitteln und anderen notwendigen Dingen zur ISS befördern.

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