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23.07.2015

09:20 Uhr

Entstehung der Landwirtschaft

Die Spur der ersten Bauern

Vor etwa 12.000 Jahren begann erstmals Menschen damit, Pflanzen zum Nahrungsgewinn anzubauen. Doch die frühe Landwirtschaft hatte einen sehr viel älteren Vorläufer – in einer heute versunkenen Welt.

Bereits vor 23.000 Jahren wurden Wildvarianten verschiedener Getreidesorten, wie Hafer, Gerste oder Emmer von Menschen geerntet und verarbeitet. dpa

Gerste

Bereits vor 23.000 Jahren wurden Wildvarianten verschiedener Getreidesorten, wie Hafer, Gerste oder Emmer von Menschen geerntet und verarbeitet.

Ramat-GanSchon viele tausend Jahre vor der Entwicklung des Ackerbaus experimentieren Menschen mit dem Anbau von Getreide. Das schließen Wissenschaftler aus der Untersuchung einer 23.000 Jahre alten menschlichen Siedlung im heutigen Israel.

Sie fanden dort nicht nur Reste von Wild-Getreide, sondern auch von Unkräutern, die sich bevorzugt in der Nähe bewirtschafteter Flächen ansiedeln. Vermutlich stellten die Menschen das Experiment Ackerbau in der Region aber zunächst wieder ein, berichten die Forscher im Fachblatt „PLOS ONE“.

Den Beginn der Landwirtschaft legen Wissenschaftler in die Jungsteinzeit vor etwa 12.000 Jahren. Damals wurden Jäger und Sammler im Gebiet des fruchtbaren Halbmondes, das sich in einem Bogen vom östlichen Mittelmeer bis zum Persischen Golf erstreckt, allmählich sesshaft und begannen mit dem Anbau von Pflanzen.

Wie die Forscher um Ehud Weiss von der Bar Ilan University in Ramat-Gan (Israel) berichten, erprobten Menschen in der Siedlung Ohalo II am See Genezareth aber schon etwa 11.000 Jahre früher die Kultivierung von Getreide.

Ohalo II war vor etwa 23.000 Jahren besiedelt, wurde später aber überflutet. Die Siedlung wurde 1989 entdeckt, als der Wasserspiegel des Sees nach massiver Wasserentnahme und einigen Dürre-Jahren dramatisch gesunken war.

Dabei kamen etliche Hütten zutage, mit pflanzlichen und tierischen Überresten, Werkzeugen, Perlen und Holzobjekten. Diese Reste waren sehr gut erhalten, da sie unter den Sedimenten des Sees vor äußeren Einflüssen geschützt waren.

Unter den Pflanzen fanden die Forscher Wildvarianten verschiedener Getreidesorten, wie Hafer, Gerste oder Emmer. Die Pflanzen wurden geerntet und die Körner verarbeitet, wie Spuren an Steinklingen und an einem Mahlstein belegen. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil dieser Getreidepflanzen wies Veränderungen an der Ähre auf, die die Forscher auf längerfristige Kultivierung zurückführen.

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