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02.10.2014

07:58 Uhr

Epidemie

Krankenschwester schickte Ebola-Patient nach Hause

Bevor er in Quarantäne kam, wurde der erste unkontrolliert eingereiste Ebola-Patienten in den USA offenbar nach Hause geschickt. Dennoch soll er niemanden angesteckt haben. Seine Kontaktpersonen stehen unter Beobachtung.

Kontaktpersonen unter Beobachtung

Ebola-Patient in den USA hatte Kontakt zu Schulkindern

Kontaktpersonen unter Beobachtung: Ebola-Patient in den USA hatte Kontakt zu Schulkindern

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Dakar/WashingtonEr hatte der Krankenschwester gesagt, dass er zuvor in Westafrika war, dennoch wurde der Ebola-Patient aus Texas wieder nach Hause geschickt – mit Antibiotika. Vier Tage später wurde die Virus-Erkrankung diagnostiziert und der Mann steht unter Beobachtung. Die Gefahr: Durch die Fehleinschätzung des Krankenhauspersonals könnten sich weitere Menschen mit dem Virus angesteckt haben.

Seine Mitreisenden im Flugzeug sind dagegen wohl sicher. Wie die liberianische Regierung am Mittwoch mitteilte, hatte der Mann bei seinem Abflug aus Liberia am 19. September aber kein Fieber und zeigte auch keine anderen Ebola-Symptome. Damit dürfte er bei seinem Reiseantritt nicht ansteckend gewesen sein: Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können die Betroffenen die Seuche übertragen, sobald sie Krankheitszeichen entwickeln und so lange sie Fieber haben. Der erste bekanntgewordene Ebola-Fall in den USA schürt dennoch Sorgen, dass sich die Epidemie über Westafrika hinaus ausbreiten könnte.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Die Flugroute des ersten Ebola-Patienten in den USA führte offenbar über die Hauptstadt Washington. Die Gesellschaft United Airlines gab am Mittwoch bekannt, der Erkrankte sei auf einem ihrer Flüge in die USA eingereist. Darauf ließen die Angaben der Gesundheitsbehörden schließen, sagte eine Sprecherin. Ein erster Flug habe ihn nach Washington gebracht, ein zweiter dann weiter nach Dalles. Dort liegt der Mann inzwischen auf einer Isolierstation. Früheren Angaben zufolge legte er nach dem Abflug aus Liberia auch einen Zwischenstopp in Brüssel ein.

Der aus Liberia eingereiste Kranke befindet sich derzeit in einem kritischen Zustand. Der Mann hatte nach Behördenangaben sechs Tage nach seiner Landung am 20. September einen Arzt aufgesucht – inzwischen ist er auf einer Isolierstation in Dallas untergebracht.

Kommentare (2)

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Herr Uwe Ostertag

02.10.2014, 08:28 Uhr

Das was ich an dieser Geschichte am wenigsten verstehe, das ist die Beruhiungungspille, dass Niemand sich an ihm ansteckte. Immerhin flog dieser mann über Brüssel und hatte laut texanischen Gouverneur Kontakt mit Kindern, weiß der Geier, mit wem er noch Kontakt hatte.
Wird uns etwas oder auch viel mehr verschwiegen?
Die Wahrheit mag zwar bitter sein, aber ehrlich, sie ist keine duftende Nelke.

Herr wulff baer

02.10.2014, 09:52 Uhr

Da bleibt nur eines.
Glaubt nicht den Lügengeschichten.
Keine Flüge mehr mit Gesellschaften, die nach Afrika fliegen, und keine Flüge mehr mit der Airline, die den Kranken befördert hat.
Verhaltet Euch gemäß dem Spruch der Hetiter:
"Jeder bleibe in seinem Gemach" und macht Video-Konferenzen.

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