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02.08.2014

09:54 Uhr

Epidemie

Westafrikas Kampf gegen Ebola

Mehr als 700 Menschen sind in Westafrika bereits an Ebola gestorben. Die Gegenmaßnahmen scheinen nicht zu fruchten, deswegen sind viele Menschen in Panik. Wie ist die Seuche noch aufzuhalten?

Ein Helfer erklärt das korrekte Anlegen der Schutzkleidung. Gerade ausländischen Helfern schlägt auch Misstrauen aus der Bevölkerung entgegen. Reuters

Ein Helfer erklärt das korrekte Anlegen der Schutzkleidung. Gerade ausländischen Helfern schlägt auch Misstrauen aus der Bevölkerung entgegen.

MonroviaTrotz aller Bemühungen und Maßnahmen kommen die Behörden in Westafrika im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in der Region nicht voran. Die dramatischen Statistiken der Weltgesundheitsbehörde (WHO) zeigen, dass die Zahl der Infizierten weiter zunimmt - zuletzt besonders in Liberia, wo es innerhalb weniger Tage 80 neue Fälle gab. Kein Wunder, dass sich bei der Bevölkerung immer mehr Panik ausbreitet. Längst grassiert das Virus nicht nur in abgelegenen Landesteilen - auch die Hauptstädte sind betroffen.

„Wenn jemand derzeit nur den Namen „Ebola“ erwähnt, bekommen die Leute Angst“, sagt Winston Daryoue aus der liberianischen Metropole Monrovia. „Immer häufiger hören wir, dass Freunde und Bekannte sich angesteckt haben oder gar schon gestorben sind. Das ist wahnsinnig frustrierend.“

Das Virus hat die Menschen völlig unvorbereitet getroffen: Noch nie war dieser Teil des Kontinents von dem gefährlichen Zaire-Ebolavirus betroffen - die Krankheit grassierte stets anderswo, im weit entfernten Kongo etwa, in Uganda oder im Sudan.

Viele Länder in Westafrika leiden noch unter den Nachwehen von blutigen Bürgerkriegen und schweren politischen Unruhen. Diese haben auch die Gesundheitssysteme zerstört. Trotz internationaler Unterstützung kann es dauern, bis solche Staaten in der Lage sind, angemessen auf Seuchen zu reagieren.

Augenzeugen berichten, dass die Bürger versuchen, sich durch das Tragen von Gummihandschuhen und die Benutzung von Desinfektionsmitteln selbst zu schützen. Die Nachfrage sei so groß, dass die Geschäfte kaum noch Vorräte hätten, berichtete die Zeitung „Daily Observer“. „Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn die Leute auf der Straße plötzlich Handschuhe tragen, aber immerhin scheinen hier in Monrovia fast alle begriffen zu haben, wie ernst die Situation ist“, sagt Daryoue.

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