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17.11.2014

17:24 Uhr

Epidemie

Wildvögel als Auslöser der Vogelgrippe?

In Großbritannien ist der erste Fall einer neuartigen Vogelgrippe beobachtet worden. Die Krankheit trat bereits in Deutschland und den Niederlanden auf. Experten vermuten Wildvögel als Übertragungsweg. Für Menschen besteht keine Gefahr.

Masthähnchen in einem Stall: Der Geflügelpest-Erreger könne von Tieren auf Menschen übertragen werden. dpa

Masthähnchen in einem Stall: Der Geflügelpest-Erreger könne von Tieren auf Menschen übertragen werden.

Paris/London/BerlinDie in Deutschland und den Niederlanden erstmals ausgebrochene hochansteckende Vogelgrippe vom Typ H5N8 ist möglicherweise durch Wildvögel aus Asien eingeschleppt worden. Das erklärten übereinstimmend die Weltorganisation für Tiergesundheit und das Friedrich-Loeffler-Institut.

Zunächst unklar blieb, ob das Virus sich auch nach Großbritannien ausgebreitet hat. In Südkorea waren Anfang des Jahres Millionen Hühner, Enten und anderes Geflügel nach dem Auftreten von H5N8 getötet worden. In Ägypten meldeten die Behörden den Tod einer 19 Jahre alten Frau, die sich mit dem auch früher in Europa präsenten Vogelgrippe-Virus vom Typ H5N1 infiziert hatte.

In Großbritannien ist eine Entenfarm von der Vogelgrippe betroffen. Um welche Variante es sich genau handelt, ist noch unklar. Jedoch sei nicht der tödlichen Typ H5N1 festgestellt worden, sagte der zuständige Chefveterinär Nigel Gibbens der BBC. „Wir wissen, dass es sich um einen H5-Stamm handelt, aber nicht um N1.“ Um das Gehöft in Yorkshire wurde eine Sicherheitszone gezogen, 6000 Enten getötet.

In den Niederlanden wurde mit der Tötung der rund 150.000 Legehennen des Betriebes nahe Hekendorp im Zentrum des Landes fortgefahren. Dort hatten die Behörden am Wochenende ein drei Tage gültiges Verbot für den Transport von Geflügel und Geflügelprodukten erlassen. Die Niederlande zählen mit einer Eierproduktion von sechs Milliarden Stück zu den größten Eierproduzenten überhaupt. Drei Viertel davon werden nach Deutschland exportiert.

In Berlin sagte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Deutschland sei durch den Vogelgrippe-Ausbruch in den Niederlanden nicht unmittelbar betroffen. In einem Putenmast-Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern war H5N8 vor knapp zwei Wochen erstmals in Europa nachgewiesen worden. Der Bestand wurde getötet, eine Sicherheitszone um den Betrieb eingerichtet.

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