Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.05.2012

08:14 Uhr

Erdgeschichte

Dinos rülpsten sich die Erde tropisch

Das feuchte und warme Klima zur Zeit der Dinosaurier haben die Riesenechsen offenbar zu erheblichen Teilen selbst geschaffen – durch ihre Verdauung.

Künstlerische Darstellung eines 190 Millionen Jahre alten Dinosaurier-Nests. Haben die Riesenechsen durch ihre Verdauung das Klima beeinflusst? dpa

Künstlerische Darstellung eines 190 Millionen Jahre alten Dinosaurier-Nests. Haben die Riesenechsen durch ihre Verdauung das Klima beeinflusst?

LondonPflanzenfressende Riesenechsen haben offenbar in großem Maße das Klima der urzeitlichen Erde beeinflusst – durch ihre Verdauung. Es sei anzunehmen, dass die Sauropoden ähnlich wie heutige Wiederkäuer Bakterien im Verdauungstrakt besaßen, die die Pflanzennahrung zerkleinerten und dabei Methan produzierten, schreiben britische Wissenschaftler im Fachblatt „Current Biology“.

Durch Rülpsen und Pupsen, so kalkulieren die Forscher, setzen Dinosaurier vor rund 150 Millionen Jahren mindestens ebenso viel Methan frei, wie heute aus natürlichen Quellen und vom Menschen freigesetzt in die Atmosphäre gelangt. Methan gilt als hoch wirksames Treibhausgas, mehr als 20 Mal stärker als der „Klimakiller“ CO2.

Dass Rinder und andere Wiederkäuer mit ihrem Methanausstoß zur heutigen Klimaerwärmung beitragen, ist unter Klimaforschern unstrittig. Sie setzen etwa 50 bis 100 Millionen Tonnen Methan im Jahr frei.

Wenn das heute so ist – warum sollte es nicht zur Zeit der Dinosaurier genauso gewesen sein? Das fragten sich die Forscher um David Wilkinson von der Liverpool John Moores University. Sie machten sich daran, das Ausmaß des Methanausstoßes anhand der geschätzten Zahl und des Körpergewichts von Sauropoden – Dinosaurier mit kleinem Kopf und langem Hals – zu kalkulieren.

Die Forscher gingen davon aus, dass einst auf einem Quadratkilometer Land etwa 200.000 Kilogramm Sauropoden-Biomasse lebte. Das entspricht etwa zehn ausgewachsenen Brontosauriern mit einem Körpergewicht von je 20.000 Kilogramm.

Jedes Tier habe pro Tag etwa 1,9 Kilogramm Methan produziert, alle zehn Tiere zusammen rund 6,9 Tonnen pro Jahr. Hochgerechnet ergebe dies eine globale Methan-Produktion durch die Sauropoden von 520 Millionen Tonnen im Jahr, errechneten die Wissenschaftler.

Das entspreche in etwa der heutigen globalen Methan-Freisetzung aus natürlichen Quellen und durch die Aktivitäten des Menschen. Die Sauropoden hätten so erheblich dazu beigetragen, das feuchte und warme Klima ihrer Zeit zu erhalten.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

08.05.2012, 09:46 Uhr

Anmerkung der Red.

Dieser Artikel steht im Zusammenhang mit dem Artikel von gestern `Gabriel legt 60% zu`...

Finis

08.05.2012, 09:56 Uhr

An politischen Pupsen, sog.Politpupsen?

Account gelöscht!

08.05.2012, 10:08 Uhr

Man kennt ihn auch unter seinenem Synonym Siggi-Pups...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×