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30.07.2015

15:31 Uhr

Ernährung

Jeder vierte Deutsche vermeidet Gluten oder Laktose

Nur ein Bruchteil der Deutschen verträgt kein Gluten oder Laktose. Trotzdem verzichten immer mehr Verbraucher auf solche Stoffe, wie eine neue Studie zeigt. Für die Lebensmittelindustrie tut sich ein riesiger Markt auf.

Immer mehr Deutsche verzichten auf Inhaltsstoffe wie Gluten oder Laktose. picture alliance/dpa

Glutenfreies Brot

Immer mehr Deutsche verzichten auf Inhaltsstoffe wie Gluten oder Laktose.

DüsseldorfJeder vierte Deutsche verzichtet bei der Ernährung mittlerweile auf bestimmte Stoffe wie Laktose oder Gluten. Das zeigt eine Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen, die dem Handelsblatt (Freitagsausgabe) exklusiv vorliegt. Unter diesen sogenannten sensiblen Essern sind immer mehr Menschen, die nicht aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen sind. „Immer mehr Konsumenten verzichten freiwillig auf bestimmte Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelbestandteile, mit dem Wunsch, ihrem Körper dadurch etwas Gutes zu tun“, sagt Anne-Kathrin Haubert, Expertin für „sensible Esser“ bei Nielsen.

Besonders deutlich wird das beim Verzicht auf Gluten. Obwohl nur 0,4 Prozent der Bevölkerung an der Glutenunverträglichkeit Zöliakie leiden, greifen mittlerweile neun Prozent der Kunden zu glutenfreien Lebensmitteln, das sind immerhin schon 7,3 Millionen Menschen. Als eins der wichtigsten Motive dafür geben sie laut Nielsen neben der gesunden Ernährung die Gewichtsreduzierung an. Zahlreiche Prominente wie beispielsweise die Schauspielerin Gwyneth Paltrow schwören darauf – obwohl sehr umstritten ist, ob der Verzicht auf Gluten wirklich beim Abnehmen hilft.

Für die Lebensmittelindustrie tut sich damit ein riesiger neuer Markt auf: So liegt der jährliche Umsatz mit glutenfreien Produkten in Deutschland nach aktuellen Zahlen von Nielsen schon bei 105 Millionen Euro, das sind 35 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz mit laktosefreien Lebensmitteln wuchs um 10 Prozent auf 285 Millionen Euro. Dazu kommt noch der Umsatz mit vegetarischen und veganen Produkten, der zuletzt um 30 Prozent auf 423 Millionen Euro gewachsen ist.

Von

kol

Kommentare (2)

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Herr Eberhard Steinweg

30.07.2015, 16:27 Uhr

Man sollte sich aber auch immer fragen, was das für chemisch-technische Prozesse sind, die diese Produkte dann erzeugen. Ob solche Bearbeitung spurlos an den Natur-Produkten vorbei gehen ? Das Beispiel der H-Milch etc ist erschreckend.

Frau Ursula Neumann

30.07.2015, 17:06 Uhr

Es ist einfach schick, eine Lebensmittelunverträglichkeit zu haben. Wer heute keine Zivilisationskrankheit hat, kann doch gar nicht mehr mitreden.
Stellen sie sich mal hin und sagen sie "ich bin gesund, ich hab' nichts" - dann sind sie aber sowas von out.....

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