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25.11.2014

02:20 Uhr

Ernährungsstudie

In Schulkantinen ist Gemüse eher rar als roh

Immer mehr Kinder gehen auf eine Ganztagsschule, wo sie auch zu Mittag essen. Doch die Schulverpflegung lässt einer Studie zufolge zu wünschen übrig - nicht nur, weil sie zu fleischlastig ausfällt.

Schwerpunkt Fleischklops? Im Speisesaal einer Schulmensa. dpa

Schwerpunkt Fleischklops? Im Speisesaal einer Schulmensa.

BerlinDie Forderung nach einem "Veggie Day" war den Grünen im Wahlkampf als Bevormundung angekreidet worden, doch bestätigt nun eine Studie eine zu fleischlastige Schulverpflegung.

Rund die Hälfte der untersuchten Speisepläne enthält zu wenig Gemüse, wie die Zeitung "Die Welt" in ihrer Dienstagsausgabe aus der Studie der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zitierte. "Nach wie vor kommt Fleisch noch zu häufig in den Gerichten vor", lautet demnach das Fazit.

Die Erhebung soll am Dienstag auf dem "Bundeskongress Schulverpflegung" in Berlin vorgestellt werden, der "Welt" lag sie bereits in Auszügen vor. Demnach sind in den meisten Schulen die Pausen zu kurz, um das Mittagessen einzunehmen. Nur in 39 von 100 Schulen dauere die Mittagspause 46 Minuten und mehr, wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt.

Auch die Vielfalt der Speisen sei nicht ausreichend. Nur in 16 Prozent der Grundschulen und 27 Prozent der weiterführenden Schulen gibt es demnach mehr als zwei Menüs.

Die befragten Schüler sehen ihre Schulverpflegung dagegen weniger kritisch. 53,5 Prozent der Grundschüler finden das Schulessen sehr gut (16,1 Prozent) und gut (37,4 Prozent), auf den weiterführenden Schulen sinkt dagegen die Zufriedenheit auf 8,7 Prozent (sehr gut) und gut (37,2 Prozent), schreibt die Zeitung.

Derzeit verbringen 32 Prozent der Schüler (ohne Gymnasium und berufliche Schulen) den ganzen Tag in der Schule. Im Osten ist der Anteil deutlich höher als im Westen. Der Anteil der Ganztagsschulen liegt in Sachsen bei 78 Prozent, in Baden-Württemberg dagegen nur bei 18 Prozent. Da die Tendenz bundesweit steigend sei, komme der Schulverpflegung eine immer größere Bedeutung zu, heißt es der "Welt" zufolge in der Studie.

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Die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften befragte bundesweit mehr als 1500 Schulleitungen, 212 Schulträger und mehr als 12.000 Schüler im Primar- und Sekundarbereich.

Von

afp

Kommentare (3)

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Herr Rüdiger Keyser

25.11.2014, 07:34 Uhr

ich habe den Eindruck die Studienersteller sind Vegetarier oder gar Veganer. Denn soweit ich die Schulesspläne bei uns in der Gegend kenne werden Fleischhaltige und Vegetarische Gerichte angeboten also für jeden etwas, und so sollte es auch bleiben. Diese Militante Fleischverteufelung die zur Zeit in Gang ist finde ich intolerant. Ich bin für eine gute Tierhaltung und ein Lebendswertes Leben auch für die Schlachttiere, ein achtungsvolles Umgehen und Schlachten der Schlachttiere und bin gern bereit auch dafür einen angemessenen Fleischpreis zu zahlen. Genau das sollte auch bei der Schulküche berücksichtigt werden .

Herr Thomas Egger

25.11.2014, 07:42 Uhr

Ich glaube gern, dass zu wenig Gemüse und zu viel Fleisch in den Schulmensen auf den Teller kommt. Wenn man die Empfehlungen der DGE berücksichtigt, wären auch 3 Fleischgerichte pro Woche schon zu viel. Dass die Schüler freiwillig, der Gesundheit wegen, das vegetarisch-"gesunde" Gericht wählen, glauben Sie ja wohl selber nicht.

Übrigens, wenn Sie die "militante Fleischverteufelung" als intolerant ansehen, sollten Sie sich mal ernst- und gewissenhaft mit Argumenten gegen tierische Produkte, wie dem Welthunger, auseinandersetzen, dann denken Sie sicher schnell anders darüber.

Herr Rüdiger Keyser

25.11.2014, 08:10 Uhr

Wennschon dennschon, man muss sich beide Seiten anschauen, pro Tierische Produkte und gegen Tierische Produkte, und das einzige was mir dabei auffällt ist die breit gestreute Werbung und gezielte gegen Fleisch und Tierische Produkte weltweit verteilte sog. Information bei der nach intensiver Forschung der Konzern Peta dahintersteht. Mit einer aufstrebenden Industrie für Vegane Produkte, und damit verbundenen gewaltigen Gewinnen. Leider hat das nix mit realem Umwelt und Tierschutz zu tun. Deshalb bestätige ich noch einmal das ich für eine Tiergerechte Tierzucht und Haltung zum Zwecke der Nutzung als Sportpartner, Lebendsgefährte, aber auch zur Fleisch, Leder und weiteren Tierprodukt Erzeugung. Das soll aber nicht in Richtung Tierfabrik ausarten. Das wäre dann eine ähnlich falsche Richtung wie die Vegane Industrie.

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