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15.01.2005

03:05 Uhr

Erste Daten empfangen

Europäische Titan-Mission voller Erfolg

Die weltweit erste Mission zum geheimnisumwitterten Saturn-Mond Titan ist erfolgreich verlaufen. Die europäische Raumsonde „Huygens“ sammelte bei ihrer Landung auf dem Trabanten kostbare wissenschaftliche Daten.

Die Titan-Fotos sind eine wissenschaftliche Sensation. Foto: ESA

Die Titan-Fotos sind eine wissenschaftliche Sensation. Foto: ESA

HB DARMSTADT. Huygens ist am Freitag planmäßig in die Atmosphäre des Saturn-Mondes eingetreten und hat erste Bild-Daten zurück zur Erde gefunkt. Huygens war rund sieben Jahre unterwegs, um eines der größten Forschungsprojekte der europäischen Raumfahrtbehörde ESA zu verwirklichen.

Nach Angaben der ESA funktionierte der Datentransfer einwandfrei und ohne Verluste. Rund 500 Megabyte an Informationen sendete sie zur amerikanischen Raumsonde „Cassini“, mit der sie sieben Jahre lang zum Saturn geflogen war. Nachdem „Huygens“ seinen Forschungsflug beendet hatte, schickte „Cassini“ die Daten zur Erde. Um die 1,2 Milliarden Kilometer zu überbrücken, wurden 67 Minuten benötigt. Insgesamt dauerte die Übertragung rund vier Stunden. Danach lagen bis zum Abend rund 350 Bilder vom Saturnmond vor. Auf den Fotos, die Journalisten in Darmstadt vorgestellt wurden, ist eine geröllhaltige Landschaft zu erkennen, die Hügel und Ebenen sowie kanalartige Einschnitte zeigt. Zudem sind feste Brocken zu sehen. Die Wissenschaftler interpretierten die Landschaft als Gebirge aus Eis, durchzogen von Flüssen und Bächen aus Methan. Die Fotos müssen nun in den nächsten Wochen von den Wissenschaftlern näher ausgewertet werden.

Nach den ersten Erkenntnissen hat die Raumsonde „Huygens“ sogar den geplanten Aufprall auf die Oberfläche überlebt und insgesamt mehr als vier Stunden in der unwirtlichen Umgebung des Titan bei Minus 180 Grad geforscht. Neben Fotos lieferte sie auch Geräusche vom Titan sowie Analyse-Ergebnisse von der Zusammensetzung seiner Atmosphäre und Klimadaten.

Der Wert der Daten wird erst in den kommenden Tagen und Wochen feststehen. „Das ist wie ein Puzzle - erst wenn wir alle Informationen haben, können wir daraus ein Bild zusammensetzen“, erklärte Claudio Sollazzo vom „Huygens“-Team.

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