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15.01.2005

03:00 Uhr

Erste ESA-Sonde im äußeren Sonnensystem

Stichwort: Die Raumsonde Huygens

Die europäische Sonde „Huygens“ wurde am 15. Oktober 1997 zusammen mit dem amerikanischen Mutterschiff „Cassini“ ins All geschossen. Beide Sonden erreichten nach knapp siebenjähriger Reise am 1. Juli 2004 den Saturn.

HB DARMSTADT. Die rund 320 Kilogramm schwere Raumkapsel Huygens ist die erste Sonde, die die europäische Raumfahrtbehörde ESA ins äußere Sonnensystem geschickt hat. Sie ist nach dem niederländischen Astronomen Christiaan Huygens benannt, der den Saturnmond 1655 entdeckt hatte. Der Titan ist mit 5150 Kilometern Durchmesser größer als der sonnennächste Planet Merkur und auch erheblich größer als unser Erdmond. Als einziger Mond des Sonnensystems verfügt er über eine Atmosphäre, die etwa eineinhalb Mal so dicht ist wie die Erdatmosphäre. Sie besteht wie unsere Atemluft hauptsächlich Stickstoff und enthält außerdem Methan, den Hauptbestandteil von Erdgas, sowie weitere Kohlenwasserstoffe, Ammoniak und Blausäure.

Über die Oberfläche des Saturnmondes ist kaum etwas bekannt. Möglicherweise gibt es dort Seen oder gar Ozeane aus Methan. Huygens sollte deshalb kurz vor seiner Landung einen Scheinwerfer anschalten, um zumindest das Landegebiet auszuleuchten. Das Licht der Sonne kommt auf dem Titan nur schwach und trübe an.

Hunderte Wissenschaftler aus zehn europäischen Ländern und den USA werten die Messergebnisse der sechs Instrumente von Huygens aus. Die Kosten des bereits seit den 80er Jahren geplanten Projekts belaufen sich auf insgesamt rund 600 Millionen Euro, wovon etwa 360 Millionen auf die ESA entfallen. Für die restlichen Kosten kommen verschiedene Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen auf. Die Nasa-Sonde Cassini, die den Saturn noch viereinhalb Jahre umkreisen und vermessen soll, ist über 2,1 Milliarden Euro teuer. Huygens benutzt Cassini als Funkbrücke zur Erde. Direkt kann kann die Sonde sich nicht auf der Erde melden, weil ihre Batterien dazu zu schwach wären.

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