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05.02.2003

16:00 Uhr

Erste Nutzungsdaten

Digital-TV ist noch kein Massenmedium

Das digitale Fernsehen ist nach wie vor kein Massenmedium. Digital ausgestrahlte Programme erreichen derzeit erst rund vier Prozent der Zuschauer. Davon entfallen rund zwei Drittel auf die auch analog verbreiteten privaten und öffentlich- rechtlichen Sender.

HB/dpa FRANKFURT. Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) in Frankfurt legte am Mittwoch neue Daten über die Nutzung der digitalen Programme vor. Die Ergebnisse sind erstmals nach einzelnen Sendern aufgeschlüsselt. Demnach wiesen die Sender in den ersten beiden Januar-Wochen insgesamt (analog plus digital) um bis zu 0,8 Prozent höhere Marktanteile auf als bei der rein analogen Nutzung.

In Deutschland hatten am Stichtag 1. Januar 7,4 Prozent aller 34,37 Millionen Haushalte einen Digital-Empfänger auf ihrem Fernseher stehen. Das sind 2,54 Millionen digitale Fernseh-Haushalte. Bislang hatte die AGF zwar deren gesamte digitale Sehdauer erfasst, konnte die Einschaltquoten jedoch nicht den einzelnen Sendern zuweisen. Seit 1. Januar dieses Jahres ist das nun technisch möglich, wie AGF- Vorstandschef Martin Berthoud erklärte. Dafür hat die im Auftrag der AGF arbeitende GfK Fernsehforschung (Nürnberg) rund 500 digitale TV- Haushalte mit einem speziellen Messgerät ausgestattet.

Die bislang veröffentlichten Marktanteile für die erste Januarhälfte seien jedoch noch nicht repräsentativ für das Gesamtjahr, betonte Berthoud. Einzelne Highlights wie etwa Skispringen hätten beispielsweise RTL mit 0,8 Prozent den höchsten Zuwachs beschert.

Die etwas höheren Einschaltquoten könnten die Fernsehsender nicht mit höheren Werbespot-Preisen eins zu eins in klingende Münze umsetzen. „Das gibt der Markt derzeit nicht her“, sagte Berthoud. „Man muss abwarten, wie sich der Werbemarkt und die Quoten übers Jahr entwickeln.“

Derzeit senden nach AGF-Angaben alle großen deutschen Fernsehsender ihre Programme bereits zeitgleich analog und digital. Einzige Ausnahmen seien Premiere, das seit kurzem ausschließlich auf digitalem Weg sende, und die rein digitalen Spartenkanäle der öffentlich-rechtlichen Sender. Dazu zählen etwa der ZDF-Theaterkanal sowie Eins-Muxx, Eins-Extra und Eins-Festival der ARD. Letztere haben derzeit allerdings noch sehr geringe Zuschauerzahlen.

Die Messung der täglichen Einschaltquoten der GfK Fernsehforschung beruht auf 5640 repräsentativ ausgewählten Haushalten - darunter die 500 mit Digital-Empfang. In allen Haushalten wird mittels eines Messgeräts automatisch erfasst, welcher Familienangehörige welches Programm wie lange eingeschaltet hat. Die ermittelten Einschaltquoten dienen den Sendern zur Erfolgskontrolle und bilden die Grundlage für die Werbespotpreise.

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