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20.10.2016

11:35 Uhr

Esa-Mission ExoMars

Mars-Sonde Schiaparelli antwortet nicht

Das Schicksal der am Mittwoch auf dem Mars gelandeten Testsonde Schiaparelli ist nach wie vor unklar. Der Lander sendet weiter keine Signale, trotzdem will die Esa die Mission nicht als Fehlschlag werten.

ESA-Mission Exomars

Rätselraten um Marssonde Schiaparelli

ESA-Mission Exomars: Rätselraten um Marssonde Schiaparelli

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BerlinDie mit Spannung erwartete Landung einer europäisch-russischen Sonde auf dem Mars ist nur in Teilen geglückt. „Der Lander hat sich nicht verhalten wie wir erwartet haben“, sagte Andrea Accomazzo von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa am Donnerstag. Dennoch habe das Testmodul Schiaparelli Daten gesammelt. „Das ist das Wichtigste“, sagte er.

Die Esa-Experten konnten nicht sagen, ob die Sonde auf dem Mars zerschellt oder unbeschädigt ist. Nach Einschätzung von Accomazzo reichen die zur Erde übermittelten Daten aber aus, um exakt rekonstruieren zu können, was genau mit dem Lander passiert ist. Die Auswertung könne allerdings noch Tage dauern.

Auf einer Pressekonferenz in Darmstadt skizzierten die Esa-Verantwortlich am Donnerstagmorgen den Verlauf des Landemanövers am Vortag. Demnach sei Schiaparelli wie geplant in die Marsatmosphäre eingetreten. Auch der Bremsfallschirm habe sich entsprechend der Planungen entfaltet und den Lander abgebremst.

Aus den noch zur Erde übermittelten Daten ließ sich zudem ablesen, dass auch die Landetriebwerke noch zündeten. In den letzten 50 Sekunden vor dem geplanten Aufsetzen auf der Oberfläche habe der Lander dann keine Signale mehr gesendet, so Accomazzo. Möglicherweise sei der Lander zu schnell gewesen, als er sich der Marsoberfläche näherte.

Bereits in der Nacht zu Donnerstag hatte Thierry Blancquaert von der Esa ein mögliches Unfall-Szenario beschrieben. Demnach könnte Schiaparelli bei der Landung einen Felsen oder einen Krater gerammt haben. Er sei nicht „sehr optimistisch“, was das Gerät angehe, fügte Blancquaert hinzu.

Im Zuge der europäisch-russischen Mission ExoMars hatte sich Schiaparelli am Sonntag nach siebenmonatiger Reise von seinem Mutterschiff, der Atmosphärensonde TGO (Trace Gas Orbiter) gelöst, mit der sie Huckepack zum Mars gereist war. Dank des TGO konnte die Esa immerhin auch einen Erfolg vermelden: Die Atmosphärensonde schwenkte am Mittwochabend wie geplant in eine Umlaufbahn um den Planeten ein und kann aller Voraussicht nach die ihr zugedachte Doppelaufgabe erfüllen. Sie soll zum einen die Marsatmosphäre untersuchen, zum anderen dient sie als Relaisstation zur Datenübermittlung von der Marsoberfläche zur Erde.

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