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12.01.2005

07:00 Uhr

ESA-Raumkapsel erkundet Mond Titan

Saturn-Mission steuert auf ihren Höhepunkt zu

Das amerikanisch-europäische Raumsondenpaar Cassini-Huygens hat nach gut siebenjähriger Reise und dreieinhalb Milliarden Kilometern vor wenigen Monaten den Saturn erreicht. Am Freitagvormittag soll die europäische Sonde Huygens nun in die smogverhangene Atmosphäre des größten Saturnmondes Titan eindringen. Eines der aufwendigsten Projekte der interplanetarischen Raumfahrt steuert damit auf seinen Höhepunkt zu.

Eine Simulation, welche die Raumsonde Hyugens beim Eintauchen in die Atmosphäre des Saturn-Mondes Titan zeigt. Foto: ESA

Eine Simulation, welche die Raumsonde Hyugens beim Eintauchen in die Atmosphäre des Saturn-Mondes Titan zeigt. Foto: ESA

HB FRANKFURT. Die nach dem niederländischen Astronomen Christiaan Huygens benannte Kapsel soll an Fallschirmen in der trüben Gashülle des rötlich schimmernden Titan niedergehen und während ihres zweieinhalbstündigen Abstiegs so viele Daten wie möglich über die Zusammensetzung der Atmosphäre und über das Titan-Wetter liefern. Die europäische Raumfahrtbehörde ESA hofft, dass die untertassenförmige Sonde möglichst lange Informationen aus den mysteriösen Wolken sendet.

Mit einem Durchmesser von 5150 Kilometern ist der Titan etwa halb so groß wie die Erde und damit der zweitgrößte Mond im Sonnensystem. Zugleich ist er dort der einzige, der eine Atmosphäre besitzt - mit Wolken, Wind und Wetter. Auf seiner Oberfläche gibt es wahrscheinlich sogar Seen, die allerdings aus flüssigem Methan bestehen dürften, dem Hauptbestandteil von Erdgas. Ein Mensch könnte dort weder schwimmen noch atmen: Nicht nur wegen der ziemlich niedrigen Temperaturen von etwa minus 180 Grad Celsius, sondern auch wegen der Zusammensetzung der Atmosphäre.

Die Gashülle des Titan besteht vor allem aus dem auch in der irdischen Luft reichlich vorhandenen Stickstoff sowie Methan und anderen Kohlenwasserstoffen. Dazu kommen Spuren von Wasserdampf, Ammoniak und Blausäure. Aus dieser Mischung entsteht im Sonnenlicht Smog, ganz ähnlich der Dunstglocke über irdischen Städten. Dieser Dunst verhinderte bisher detaillierte Aufnahmen von der Titanoberfläche.

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