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26.08.2015

16:37 Uhr

EU-Fischereireform

Europa auf Fischzug

Mit ihrer Fischereireform im vergangenen Jahr wollte die EU der Überfischung der Meere begegnen und verstärkt auf Nachhaltigkeit beim Fischfang setzen. Doch zufrieden mit der Reform sind weder Fischer noch Naturschützer.

Der Bestand des für die deutsche Küstenfischerei sehr wichtigen Herings in der westlichen Ostsee hat sich stabilisiert. ap

Heringe im Netz

Der Bestand des für die deutsche Küstenfischerei sehr wichtigen Herings in der westlichen Ostsee hat sich stabilisiert.

BerlinJahrzehntelang haben Europas Fangflotten ihren Beitrag zur Überfischung der Ozeane geleistet. Seit Anfang vergangenen Jahres steuert die EU in Sachen Fischereipolitik nun offiziell um. „MSY“ heißt die neue Leitlinie, die seit der jüngsten Reform im Januar 2014 die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der EU bestimmt. Das Kürzel steht für „Maximum Sustainable Yield“ und meint den maximalen Ertrag, der dem Meer pro Jahr entnommen werden kann, ohne die Fischbestände dauerhaft zu gefährden.

An die Stelle der jährlich festgesetzten Fangquoten treten für Europas Fischer nun mehrjährige Bewirtschaftungspläne, die sich im Idealfall an Empfehlungen von Wissenschaftlern orientieren und eine Überfischung einzelner Arten verhindern sollen. Wie gut die Branche damit zurechtkommt, wird derzeit auf dem Deutschen Fischereitag in Rostock diskutiert.

Unstrittig ist, dass sich ein schonenderer Umgang mit der Ressource Fisch in einigen Regionen bereits bemerkbar macht. In der Ostsee habe die Fischereireform der EU ihr Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Bestände zum Teil schon erreicht, so der Vorsitzende des Deutschen Kutter- und Küstenfischer, Norbert Kahlfuss.

Das belegen auch die aktuellen Zahlen des Bundesforschungsinstituts für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (Thünen-Institut): Demnach erholten sich vor allem die Bestände von Scholle und Flunder, auch der für die deutsche Küstenfischerei sehr wichtige Hering der westlichen Ostsee sei „erstmals vollständig im grünen Bereich“.

Gar nicht einverstanden sind die deutschen Fischer dagegen mit einem weiteren Eckpfeiler der EU-Fischereireform, dem sogenannten Rückwurfverbot. Seit Jahresanfang müssen alle Fische, die in die Netze gehen, an Land gebracht werden, auch wenn sie eigentlich zu klein sind. Was früher als unerwünschter Beifang wieder über Bord ging, müssen sich die Fischer nun auf ihre Quoten anrechnen lassen, obwohl sie diese Tiere nicht als Speisefische verkaufen können.

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