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13.01.2005

10:45 Uhr

Forschung + Medizin

Europäische Titan-Expedition tritt in heiße Phase

Die europäische Titan-Expedition nähert sich ihrer entscheidenden Phase. Am Freitag soll die Sonde „Huygens“ um 11.15 Uhr in die Atmosphäre des Saturnmonds eintauchen. Dabei wird sie extrem abgebremst: von rund 20 000 auf wenige 100 Kilometer pro Stunde.

'Huygens'

Die Computeranimation zeigt die Sonde beim Eintritt in die Atmosphäre des Saturn-Mondes Titan.

dpa DARMSTADT. Die europäische Titan-Expedition nähert sich ihrer entscheidenden Phase. Am Freitag soll die Sonde „Huygens“ um 11.15 Uhr in die Atmosphäre des Saturnmonds eintauchen. Dabei wird sie extrem abgebremst: von rund 20 000 auf wenige 100 Kilometer pro Stunde.

Danach öffnet sich ein Fallschirm, und der Flugkörper nähert sich mit 20 Kilometern pro Stunde der Oberfläche des Trabanten. Dieser Flug ohne Wiederkehr dauert vermutlich 135 Minuten. In dieser Zeit wird „Huygens“ Fotos schießen sowie mit sechs wissenschaftlichen Instrumenten das Klima und die Zusammensetzung des Saturnmonds analysieren.

Falls „Huygens“ bei der Landung auf hartes Gestein trifft, wird die Sonde voraussichtlich bersten, trifft sie jedoch auf Flüssigkeit, kann sie schwimmend zwei weitere Stunden überdauern. Die gesammelten Daten werden sofort an die US-amerikanische Raumsonde „Cassini“ übermittelt, die das europäische Landegerät am ersten Weihnachtstag 2004 ausgesetzt hatte. Nach vier Stunden wird der Kontakt dann abbrechen.

„Cassini“ soll sich anschließend der Erde zuwenden und die gespeicherten Daten weiterleiten. Die Überbrückung der mehr als eine Milliarde Kilometer wird mehr als eine Stunde benötigen. Am Abend will die Europäische Raumfahrtkontrollstation Esoc in Darmstadt die ersten Bilder vorlegen.

Der Saturnmond Titan ist für die Wissenschaft interessant, weil er der Erde in ihrem Anfangszustand vor 3,8 Mrd. Jahren ähnelt. Seine undurchdringliche Wolkendecke erschwert jedoch die Erforschung. So ist nach wie vor unklar, ob Titans Oberfläche aus flüssigem oder festen Material besteht. Mit „Huygens“ hoffen die Forscher nun, dieses Geheimnis zu lüften.

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