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13.01.2005

22:50 Uhr

Forschung + Medizin

Europäische Titan-Mission erfolgreich: Erste Daten empfangen

Gebirge aus Eis, durchzogen von Flüssen und Bächen aus Methan. So beschreibt Marty Tomasko vom Planetary Laboratory in Arizona die ersten Bilder vom Saturnmond Titan, die am Freitagabend in der Europäischen Raumfahrtkontrollstation in Darmstadt präsentiert wurden.

'Huygens'

Die Computeranimation zeigt die Sonde beim Eintritt in die Atmosphäre des Saturn-Mondes Titan.

dpa DARMSTADT. Gebirge aus Eis, durchzogen von Flüssen und Bächen aus Methan. So beschreibt Marty Tomasko vom Planetary Laboratory in Arizona die ersten Bilder vom Saturnmond Titan, die am Freitagabend in der Europäischen Raumfahrtkontrollstation in Darmstadt präsentiert wurden.

Die Daten waren von der Sonde „Huygens“ gesendet worden, die mehr als vier Stunden die Atmosphäre und die Oberfläche des Trabanten erforschte. Es liegen Informationen für rund 350 Fotos vor.

„Wir hatten Flüssigkeit auf dem Titan erwartet, konnten es bislang aber nicht bestätigen“, sagte Tomasko. Das erste Bild, das aus 16 Kilometer Höhe aufgenommen worden ist, lasse jedoch keine Zweifel aufkommen. „Darauf ist eindeutig eine Gebirgs- oder Hügellandschaft zu erkennen, die von Flussbetten durchzogen ist. An einer Seite grenzt eine Küste einem See oder Meer an.“

„Huygens“ hat wider erwarten den Aufprall auf die Oberfläche überlebt und Fotos aus seiner Umgebung geschossen. Sie zeigen eine Ebene, auf der Eisblöcke in verschiedenen Größen liegen. Bei der Fläche könnte es sich um eine Art Sumpf aus Methan und Kohlenwasserstoffen handeln, der die Landung der Sonde abgefedert hat.

Auf dem Titan weise die „junge Oberfläche“ nur wenige Krater auf, sagte Michael Khan von der Esoc. Dies lasse darauf schließen, dass eine Flüssigkeit die Unebenheiten einschleife. Nach den bisherigen Erkenntnissen bestehe der Titan, auf dem eine Temperatur von minus 180 Grad herrsche, in seinem Inneren aus Stein. Darauf baue sich eine Schicht aus Wassereis und flüssigem Methan auf sowie Ablagerung von Kohlenwasserstoffen, die aus der Atmosphäre herabregnen.

Nach Auskunft von Tomasko sind die Bilder noch nicht bearbeitet. „Sie weisen noch viele Fehler auf und zeigen nur einen kleinen Teil der Wahrheit.“ In den kommenden Tagen könnten die Wissenschaftler aussagekräftigere Bilder präsentieren. Das Lunar und Planetary Laboratory hat die Kamera für „Huygens“ entwickelt und besitzt damit die Exklusivrechte an dem Material.

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