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02.05.2013

10:54 Uhr

Europäischer Erfinderpreis 2013

Mit Teilchenschleudern gegen Krebszellen

VonUlrich Kraft

Erst als Wissenschaftler, dann als Unternehmer hat sich der Belgier Yves Jongen dem Kampf gegen den Krebs verschrieben. Dank seiner Erfindung können Tumore im Körper heute millimetergenau bekämpft werden.

Mehr als 96.000 Krebspatienten wurden bislang mit der Protonentherapie behandelt, für die Yves Jongen die technologischen Grundlagen schuf.

Mehr als 96.000 Krebspatienten wurden bislang mit der Protonentherapie behandelt, für die Yves Jongen die technologischen Grundlagen schuf.

DüsseldorfSchon als Yves Jongen Mitte der 1970er Jahre begann, sich mit der Protonentherapie zu beschäftigen, war ihm klar: Das ist die Zukunft der Krebsbehandlung. Eine Technik, die es ermöglicht, bösartige Tumoren zielgenau zu bestrahlen und auf diese Weise zu zerstören. Und zwar so zielgenau, dass das umliegende gesunde Gewebe von der schädigenden Strahlenwirkung verschont bleibt.

Heute, fast 40 Jahre später, ist diese Zukunft Wirklichkeit. Mittlerweile wurden weltweit über 96.000 Patienten mit der Protonentherapie behandelt. Rund um den Globus entstehen neue Zentren, damit künftig noch mehr Menschen von diesem präzisen Behandlungsansatz bei Tumorleiden profitieren können.

Yves Jongen hat daran maßgeblichen Anteil. Bereits als Direktor des Zyklotron-Forschungszentrums der katholischen Universität von Louvain in Belgien trieb der Ingenieur die Entwicklung jener  Teilchenbeschleuniger voran, mit denen sich Protonen erzeugen lassen.

Mit seiner 1986 gegründeten Firma Ion Beam Applications gelang es ihm dann, sein großes Ziel zu verwirklichen: Ein Protonentherapie-System, speziell gebaut für den Einsatz in Kliniken und Krankenhäusern. Unter Jongens Ägide entwickelte das Unternehmen eine kompakte und kostengünstige Ausführung des als Zyklotron bezeichneten Protonenerzeugers.

Als Forscher und Unternehmer hat der 65-Jährige so die Protonentherapie technologisch entscheidend voran gebracht und die Voraussetzungen geschaffen, dass diese viel versprechende, moderne Behandlungsmethode bei Krebserkrankungen einer wachsenden Zahl von Patienten zugänglich gemacht werden kann. Eine bahnbrechende Pionierarbeit, die Yves Jongen jetzt die Nominierung für den Europäischen Erfinderpreis 2013 einbrachte.

Kommentare (3)

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Radek

02.05.2013, 12:13 Uhr

Die wahre Helden unserer Zeit, im Gegensatz zu den Pseudo-Helden, wie dem Bayrischen Wurstfabrikanten, dessen "Helden-Mythos" gerade zurechtgestutzt wird auf das Niveau eines gewöhnlichen Steuer-Kriminellen.

berger

03.05.2013, 09:50 Uhr

lässt sich dem anschein nach nicht kostendeckend betreiben :
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/strahlentherapie-skandal-um-ionenstrahl-kanone-an-uniklinik-marburg-a-856852.html

Stevie

03.05.2013, 15:38 Uhr

Marburg wollte mit Kohlenstoff-Ionen bestrahlen, hier geht es um Protonen - das ist wie mit den Elefanten und den Mäusen, es kostet mehr Energie um mit Elefanten zu werfen....

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