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10.06.2014

11:20 Uhr

Europäischer Erfinderpreis

Tempomacher auf der mobilen Datenautobahn

VonClaudia Wessling

Millionen Smartphone- und Tabletnutzer wollen schnell surfen, Filme schauen oder Bilder hochladen - und bringen damit die Netze an ihre Grenzen. Henning Wiemann hat die Technik entwickelt, um die Datenmassen zu bändigen.

Seinem Arbeitgeber ist Henning Wiemann seit mehr als 14 Jahren treu. Sein Arbeitsplatz liegt im Ericsson-Eurolab im Aachener Vorort Herzogenrath. Mehr als 600 Mitarbeiter tüfteln hier an Ideen für den hart umkämpften Telekommunikationsmarkt Ericsson

Seinem Arbeitgeber ist Henning Wiemann seit mehr als 14 Jahren treu. Sein Arbeitsplatz liegt im Ericsson-Eurolab im Aachener Vorort Herzogenrath. Mehr als 600 Mitarbeiter tüfteln hier an Ideen für den hart umkämpften Telekommunikationsmarkt

BerlinDie Telefonverbindung ist etwas holprig bei der Verabredung mit Henning Wiemann, die Stimmen hallen nach und überlagern einander: „Da hätten wir vielleicht auch erstmal ein bisschen optimieren müssen“, lacht der 38-Jährige. Beim zweiten Anruf im Konferenzsystem ist dann der Ton glasklar - und der gebürtige Wuppertaler kann erzählen, wie er zu dem Team des schwedischen Telekommunikationsanbieters Ericsson stieß, das für den Europäischen Erfinderpreis nominiert wurde.

Geehrt werden Wiemann und seine sieben Kollegen für ihren „maßgeblichen Beitrag“ zur Entwicklung des Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution). Dieser soll Tempo machen auf der immer stärker frequentierten mobilen Datenautobahn. Die auch 4G genannte vierte Generation der Netzwerkstandards soll den 3G-Standard ersetzen, der an seine Grenzen zu stoßen droht.

Mit LTE sieht stehen heute in Deutschland schon Download-Raten von bis zu 100 Megabits pro Sekunde und Upload-Raten von bis zu 50 Megabits pro Sekunde zur Verfügung, die sich alle Verbraucher in einer Mobilfunkzelle teilen. Damit sehen auch hochauflösende Videos auf mobilen Geräten fast so gut aus wie das digitale Fernsehen im heimischen Wohnzimmer.

Als Henning Wiemann in den neunziger Jahren sein Elektrotechnik-Studium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen aufnimmt, weiß er noch nicht, wohin ihn dieser Weg führen wird. Seine Begeisterung für Technik hat er früh entdeckt: „Ich habe schon als kleiner Junge stundenlang an meiner Modelleisenbahn gebastelt.“

Ein Praktikum bei einem lokalen Fernsehsender weckt sein Interesse an Ton- und Bildtechnik - und den theoretischen Grundlagen. Im Studium spezialisiert er sich auf Nachrichtentechnik und lernt während der Diplomarbeit seinen künftigen Arbeitgeber Ericsson kennen. Der schwedischen Firma ist er seit mehr als 14 Jahren treu - und seinem Studienort Aachen auch: Wiemanns Arbeitsplatz liegt im Ericsson-Eurolab im Vorort Herzogenrath. Mehr als 600 Mitarbeiter tüfteln hier an Ideen für den hart umkämpften Telekommunikationsmarkt.

Im Jahr 2000, als Wiemann seinen Job antritt, ist der Mobilfunkmarkt richtig in Fahrt: Gerade hat die Bundesregierung für umgerechnet 50 Milliarden Euro die Lizenzen für die drahtlose Breitbandtechnik UMTS versteigert. „Das war ein ziemlicher Hype - und ich war nach dem Studium froh, etwas Praktisches zu machen“, erinnert sich Wiemann. Sein Spezialgebiet werden die sogenannten Radioprotokolle, die regeln, wie in einem Funknetz Daten zwischen Sendern und Empfänger übertragen werden.

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