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29.08.2015

09:35 Uhr

Experiment auf Hawaii

Ein Jahr in Isolation - Nasa simuliert Mars-Bedingungen

Drei Teilnehmer eines Experiments der US-Raumfahrtbehörde Nasa lassen sich unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen, wo sie ein Jahr abgeschieden von der Außenwelt die Bedingungen einer Mars-Mission simulieren sollen.

In der Nachbildung einer Raumstation werden drei Männer und drei Frauen für ein Jahr in einer Art Wohngemeinschaft leben und zugleich wissenschaftliche Untersuchungen anstellen. dpa

Simulierte Marsstation

In der Nachbildung einer Raumstation werden drei Männer und drei Frauen für ein Jahr in einer Art Wohngemeinschaft leben und zugleich wissenschaftliche Untersuchungen anstellen.

MiamiEin Jahr lang Wohnen auf engem Raum, wenig Kontakt zur Außenwelt und Dosenessen - dafür haben sich sechs Menschen aus den USA, Deutschland und Frankreich zur Vorbereitung einer bemannten Mars-Mission entschlossen. Die Teilnehmer eines Experiments der US-Raumfahrtbehörde Nasa, drei Männer und drei Frauen, ließen sich am Freitag um 15.00 Uhr Ortszeit (Samstag 03.00 Uhr MESZ) unter einer Kuppel im US-Bundesstaat Hawaii einschließen, wo sie ein Jahr abgeschieden von der Außenwelt die Bedingungen einer Mars-Mission simulieren sollen.

Das neue Zuhause der sechs Weltraum-Enthusiasten ist sechs Meter hoch und hat einen Durchmesser von elf Metern. Jeder hat ein kleines eigenes Zimmer mit Bett und Schreibtisch. Auf dem Speiseplan der Sechs werden in den kommenden Monaten etwa Thunfisch aus der Dose sowie Käsepulver und andere gefriergetrocknete Lebensmittel stehen. Das Außengelände ihrer Unterkunft dürfen sie nur in Raumanzügen betreten. Zum Internet haben die Experiment-Teilnehmer nur begrenzten Zugang.

Auch die deutsche Physikerin Christiane Heinicke nimmt an dem Experiment teil. Die 1985 geborene Absolventin der Technischen Universität Ilmenau schilderte ihre Motivation vorab in ihrem Blog: „Wir wollen dabei mithelfen, die ersten Menschen auf den Mars zu bringen. Während jedem sofort einleuchtet, dass man dafür Raumfähren entwickeln muss und Marsstationen und Raumanzüge, unterschätzen viele, dass der wichtigste Faktor der Mensch ist.“

Ab 2017 geplante Mondmissionen

2017

Chandrayaan-2: Untersucht Bodenproben

Lunar X Prize: Erster privater Rover auf dem Mond

Chang'e 5: Bringt Bodenproben zur Erde

DSE-Alpha (Space Adventures): Touristen-Rundflug um den Mond

2018

Moon Express: Baut zwei Teleskope

Unbemannte Mondlandung: Erkundet den Mond

Chang'e 4: Landet erstmals auf Mondrückseite

Lunar IceCube: Kartiert Eisvorkommen

2019

Luna 25: Erkundet den Südpol

Selene 2: Untersucht Mondboden

2020

Resource Prospector: Mission Gewinnt Wasser aus Gestein

2020+

Golden Spike Company: Bemannte Mondlandung

Shackleton Energy: Treibstofffabrik auf dem Mond

2021

Luna 26: Untersucht Mondboden

2023

Luna 27: Untersucht Mondboden

2024

Exploration Mission 2: Astronauten besuchen eingefangenen Asteroiden

Lunar Mission One: Bohrt bis zu 20 Meter tief

2024+

Bemannte Mondbasis

Um auch hierfür die richtigen Vorkehrungen zu treffen, wolle sie ein Jahr lang isoliert „irgendwo auf einem abgeschiedenen Berghang des Mauna Loa leben, einem der größten Vulkane der Erde“, schrieb Heinicke.

Die Nasa ist bislang nur zu unbemannten Mars-Missionen in der Lage. Eine Mars-Sonde an ihr Ziel zu bringen, dauert etwa acht Monate. Bei einer bemannten Mars-Mission, die die Nasa für die 2030er Jahre anvisiert, könnte sich die Reisedauer allerdings auf ein bis drei Jahre verlängern. Die Astronauten hätten in all dieser Zeit keinen Zugang zu frischer Luft, frischen Lebensmitteln und müssten außerdem weitgehend auf eine Privatsphäre verzichten. Um auf diese schwierige Situation vorbereitet zu sein, testet die Nasa immer wieder mit Probanden das Leben in Isolation.

Von

afp

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